Gewinneinbruch trübt Jahresauftakt von SAP

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SAP setzt mehr und mehr auf Software, die vermietet wird - das sogenannte Cloud-Modell. Foto: Uli Deck

Der starke Dollar stärkt dem Softwarekonzern SAP im ersten Quartal den Rücken. Doch das Wachstum hat seinen Preis: Die Umstellung auf Abo-Modelle, das sogenannte Cloud Computing, kostet. Doch SAP-Chef McDermott ist zuversichtlich, dass sich das ändern wird.

Walldorf (dpa) - Der Softwarekonzern SAP hat im ersten Quartal dank des starken Dollars zugelegt, doch in gleichem Maße schrumpft auch der Gewinn.

Die Investitionen in das neue Geschäft mit Abo-Modellen, des sogenannten Cloud-Geschäfts, kosten. "Wir haben kein Interesse daran negatives Wachstum, aber ein gutes Kostenmanagement zu verkünden", begründete SAP-Chef Bill McDermott den Kurs. Er rechne damit, dass sich die Kosten mit einem weiteren Umsatzwachstum mehr und mehr anglichen.

Der starke Dollar sowie die jüngsten Übernahmen des Reisekosten-Spezialisten Concur und des Personaldienstleisters Fieldglass haben SAP zum Jahresauftakt eigentlich einen Umsatzschub verliehen. Die Umsätze legten um 22 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Dank der Übernahmen konnte SAP seine Cloud-Umsätze mehr als verdoppeln. Doch der starke Aufbau des Abo-Geschäfts drückte auf den Gewinn. Nach Steuern verdiente SAP mit 413 Millionen Euro 23 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Trend ist nicht neu: Schon zu Jahresbeginn hatte SAP wegen des Umbaus seine mittelfristige Prognose bis 2017 kassiert. Beim Umsatz setzt sich der Softwarekonzern ein Ziel von 21 bis 22 Milliarden Euro - zuvor war man von mindestens 22 Milliarden Euro ausgegangen. Auch der Gewinn soll niedriger ausfallen als zuvor anvisiert.

Der Softwarekonzern ist zwar Marktführer für Programme zur Unternehmenssteuerung, die Buchhaltung, Logistikprozesse oder Personalmanagement abbildet. Doch sein angestammtes Geschäft mit Softwarelizenzen wuchs in der Vergangenheit kaum noch, im ersten Quartal nur dank des starken Dollars. Deshalb setzt SAP mehr und mehr auf Software, die vermietet wird, das sogenannte Cloud-Modell.

Da die Umstellung auf das Miet-Modell erst einmal kostet, die Umsätze aber über einen längeren Zeitraum gestreckt werden als früher, drückt das auf den Gewinn. Hinzu seien im ersten Quartal Kosten aus Übernahmen, aktienbasierte Boni für Mitarbeiter sowie der angelaufene Personalumbau gekommen, sagte Finanzchef Luka Mucic.

Weil durch die Umstellung auf Cloud Computing Jobs überflüssig werden, hat SAP kürzlich ein Abfindungsprogramm aufgelegt. Damit sollen drei Prozent oder rund 2000 der weltweit etwa 74 000 Mitarbeiter zum Wechsel bewegt werden. Im ersten Quartal seien dafür schon 50 Millionen Euro angefallen, sagte Finanzchef Mucic. Auf das Jahr gesehen werden es 150 bis 250 Millionen Euro sein.

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