Uniklinik

Hamburger UKE startet Ebola-Impfstoffstudie

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Hamburg - Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat am Montag den Test eines Ebola-Impfstoffs gestartet. 30 Freiwillige erhalten den Wirkstoff rVSV-ZEBOV. Damit soll getestet werden, wie dieser Stoff wirkt und wie verträglich er ist.

Die Testreihe am UKE gehört zu einem großangelegten internationalen Programm, mit dem unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO zwei vielversprechende Impfstoffkandidaten geprüft werden. Die WHO hofft, bis Anfang kommenden Jahres endgültige Ergebnisse zu haben und gegebenenfalls eine Massenproduktion zu beginnen. In Westafrika wütet seit Monate die bislang schwerste Ebola-Epidemie mit tausenden Toten. Ein Impfstoff soll die Ausbreitung der oft tödlichen Krankheit stoppen.

"Ein Impfstoff gegen Ebola wäre mittel- und langfristig ein Segen für die Menschen in den betroffenen Regionen", erklärte der stellvertretende Ärztliche Direktor des UKE, Christian Gerloff.

Bei der Hamburger Studie handelt es sich um einen sogenannten klinischen Phase-1-Test. Dabei geht es primär um die Sicherheit des Präparats, das zuvor erfolgreich in Tierversuchen an Affen getestet wurde. Die Testreihe soll insgesamt sechs Monate dauern. Dabei wird kontrolliert, ob der Impfstoff Nebenwirkungen hat. Es wird aber auch geprüft, ob die Teilnehmer ausreichend Antikörper gegen den Ebola-Erreger bilden, gegen den es bisher keinen funktionierende Schutzimpfung gibt.

Das von der kanadischen Gesundheitsbehörde entwickelte rVSV-ZEBOV ist ein sogenannter Vektorimpfstoff. Es handelt sich um ein ungefährliches "Transport-Virus", in das durch gentechnische Manipulation ein kleiner Proteinbaustein des eigentlichen Ebola-Erregers eingefügt wurde. Für Studienteilnehmer besteht kein Risiko einer Infektion.

Weitere Impfstofftests laufen bereits in den USA, der Schweiz, Großbritannien und Mali. Zusätzlich sollen Prüfreihen in Gabun und Kenia gestartet werden. Das Paul-Ehrlich-Institut als deutsche Aufsichtsbehörde hatte die Studie am Freitag genehmigt. Sie wird vom Bundesgesundheitsministerium und dem britischen Wohltätigkeitsfonds Wellcome Trust finanziert.

afp

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