Nur die Ruhe

Heute ist Weltschlaftag

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Foto: In Deutschland gibt es zusätzlich noch einen nationalen Schlaftag im Juni.

- Heute ist Weltschlaftag. Hinter diesem zutiefst menschenfreundlichen Feiertag steckt eine Vereinigung von Schlafmedizinern, deren große Sorge sich darum dreht, ob die Menschheit auch ausreichend Schlaf bekommt. Der deutsche Durchschnittsschläfer bringt es auf sechs Stunden und 59 Minuten nächtlich

Weil das Schlafbedürfnis des Menschen nunmal etwas mit mehr oder weniger Helligkeit zu tun hat, rufen wir uns an dieser Stelle kurz in Erinnerung, was wir aus dem Schulunterricht im Gedächtnis behalten haben. Das war doch gut zu merken: Sobald es dunkler wird, erfährt das Gehirn über den Hypothalamus, dass es Zeit zum Schlafen ist. Besagter Hypothalamus ist nämlich mit dem Auge verbunden und produziert bei hereinbrechender Dämmerung weniger Histamin und Orexin. Beides brauchen wir tagsüber als Wachhalter. Werden sie weniger, dösen wir weg. Ganz einfach eigentlich.

Nun kann also jeder, der an diesem besonderen Vormittag, wenn sich der Mond zwischen Sonne und Erde schiebt, plötzlich in Morpheus’ Arme sinkt, auf seine Schulbildung verweisen und den Hypothalamus in Haftung nehmen. Weniger Licht, steigendes Schlafbedürfnis. Eine logische Verknüpfung.

Es gibt aber heute noch eine zweite Möglichkeit, ein kleines Nickerchen am Tage für rechtens zu erklären. Heute ist Weltschlaftag. Hinter diesem zutiefst menschenfreundlichen Feiertag steckt eine Vereinigung von Schlafmedizinern, deren große Sorge sich darum dreht, ob die Menschheit auch ausreichend Schlaf bekommt. Wie viel das sein soll, ist wissenschaftlich offenbar nicht abschließend geklärt. Die alte Faustregel für Erwachsene - „mindestens acht Stunden Schlaf“ - gilt als überholt und ist auch fern der Realität. Der deutsche Durchschnittsschläfer bringt es auf sechs Stunden und 59 Minuten nächtlich. In der betreffenden Studie der Universität Regensburg - ein vergleichsweise verschlafenes Städtchen - hat ein Großteil der Befragten aber zugleich angegeben, eher zu wenig Schlaf zu bekommen. Demnach war es durchaus verdienstvoll, einen Welttag des Schlafes zu installieren. In Deutschland gibt es übrigens zusätzlich noch einen nationalen Schlaftag irgendwann im Juni, merkwürdigerweise ziemlich genau dann, wenn die Nächte am kürzesten sind.

Wem die sinnstiftende Wirkung des Schlaftages noch nicht genügt, der sei auf den Tag des Glücks verwiesen, den die Vereinten Nationen weltweit auf den 20. März gelegt haben. Natürlich hat dieser Gedenktag einen ernsten Hintergrund, denn nicht überall auf dieser Welt haben die Menschen in ihrem Streben nach Glück die gleichen Ausgangsvoraussetzungen. In der Verknüpfung eines kosmischen Schauspiels am Himmel mit der Geborgenheit des Bettes und dem Heilsversprechen des Glücks ist der heutige Freitag jedoch ein ganz besonderer.Es gibt auch Feiertage mit weniger schönen Namen. Den Tag der Arbeit zum Beispiel, auch wenn er frei ist, oder den Tag des Schluckaufs. Gibt’s wirklich.

Von Reinhard Urschel

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