Medizinfachmesse Medica

Immer mehr Spitzentechnologie in Kliniken

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Foto: Das Gelbsucht-Screening Gerät JM-105 wurde 2013 auf der Medica präsentiert.

Düsseldorf - Kommende Woche öffnet in Düsseldorf die weltgrößte Medizinfachmesse Medica wieder ihre Tore. Hochtechnologie in Kliniken und Arztpraxen ist weiter auf dem Vormarsch. Die Gesundheitsbranche sieht ihre wirtschaftliche Zukunft optimistisch.

Die Krankenhäuser und Arztpraxen haben immer mehr Spitzentechnologie zur Auswahl: Hochauflösende Ultraschallgeräte sollen künftig Diagnosen sicherer machen und Robotersysteme helfen, die Hand des Chirurgen punktgenau zu navigieren, wie die Veranstalter der Medica am Donnerstag in Düsseldorf mitteilten. Die weltgrößte Medizinfachmesse stellt Neuheiten vom 12. bis 15. November vor.

So sollen Chirurgen künftig auch mit Datenbrillen arbeiten können. Die Brille soll dem Mediziner während der Operation die wichtigsten Vitaldaten des Patienten einblenden und die Risiken des Eingriffs mindern. Ein technisches Konzept dazu gebe es bereits, hieß es. Neu ist auch ein Turbo-Diagnosegerät für Prostatagewebe. Es stellt innerhalb von nur 90 Sekunden fest, ob ein Tumor vorliegt oder nicht.

Rund 4800 Aussteller aus 67 Ländern geben kommende Woche auf der Medica den erwarteten 130000 Fachbesuchern einen Überblick über den aktuellen technischen Stand der ambulanten und stationären Patientenversorgung. Das Geschäft rund um die Gesundheit bietet nach Angaben von Vertretern der Gesundheitsbranche weltweit weiterhin gute Aussichten.

Wachstumsmotoren sind aus Sicht der Experten der medizinische Fortschritt insbesondere mit der Entwicklung hin zu immer kleineren und ausgefeilteren Behandlungsgeräten. Hinzu komme die allgemein steigende Lebenserwartung. Zudem wachse in den Schwellenländern die Mittelschicht. Damit komme es dort zu mehr wohlstandsbedingten Krankheiten.

Von dieser Entwicklung profitiert nicht zuletzt die deutsche Medizintechnik, die mehr als zwei Drittel ihres Umsatzes im Ausland einfährt. Ein geringeres Wachstum in China und ein wegen der EU-Sanktionen schwierigeres Russlandgeschäft dämpfen in diesem Jahr allerdings das Wachstum. Erwartet wird ein Umsatzplus von 1,6 Prozent nach 2,1 Prozent 2013. Der Gesamtumsatz könnte 2014 dennoch erstmals 25 Milliarden Euro überschreiten, so der Fachverband Spectaris.

Begleitet wird die Messe von einem umfangreichen Konferenzprogramm und dem 37. Deutschen Krankenhaustag. In den Kliniken ist die Stimmung unterdessen weniger gut. Seit Jahren stiegen die Personalkosten stärker als die Vergütungen der Kliniken für Behandlungen. Zudem gebe es eine Investitionslücke von mindestens drei Milliarden Euro, warnte die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK).

dpa

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