Psychologie

Jeder achte Jugendliche leidet unter Sozialphobie

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- Etwa jeder achte Jugendliche hat einer Studie zufolge Angst vor anderen Menschen. „Soziale Phobien sind bei Heranwachsenden zwischen 14 und 20 Jahren weit verbreitet“, berichteten Frankfurter Psychologen am Montag. Circa fünf bis zehn Prozent aller Jugendlichen erkranken dem Projektteam zufolge im Laufe ihres Lebens daran. Wer auf dem Land lebt, hat weniger Angst als Städter, Jungs sind seltener betroffen als Mädchen.

Mitarbeiter der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Goethe-Universität haben für ihre repräsentative Studie über 600 Schüler in Frankfurt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg befragt. Sie wurden unter anderem gefragt, ob sie Angst vor der Begegnungen mit Menschen haben oder sich vor Situationen fürchten, in denen Leistungen von ihnen erwartet wird. Bei 13 Prozent der Befragten fanden sie Hinweise darauf, dass eine soziale Phobie vorliegt.

Viele Heranwachsende hätten „dauerhafte und übertriebene Angst vor Begegnungen mit anderen, insbesondere ihnen nicht bekannten Menschen, sowie vor Leistungsanforderungen. Deshalb vermeiden sie Situationen, die soziale Begegnungen und Leistungen von ihnen verlangen“, erklärte die wissenschaftliche Geschäftsführerin der Verhaltenstherapieambulanz, Regina Steil. Soziale Phobie sei „eine der häufigsten psychischen Erkrankungen“ bei Jugendlichen. Soziale Ängste können dazu führen, die Schule oder eine Lehre abzubrechen.

Mit 10,6 Prozent ist der Anteil „hoch-sozial-ängstlicher“ Schüler auf dem Land geringer als in der Stadt, wo es 17 Prozent sind. Unterschiede zwischen den Schulformen stellten die Forscher nicht fest. „Die gute Nachricht ist, dass soziale Phobien erfolgreich behandelt werden können“, sagte Steil. Um herauszufinden, welche Therapieform am wirksamsten ist, schließt sich nun eine Therapieforschungsstudie an, für die noch Patienten gesucht werden.

dpa

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