Projekt zum Artenschutz

Kiebitz ist der Nabu 1,45 Millionen Euro wert

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Der Kiebitz war einst ein verbreiteter Vogel.

Bergenhusen - Der Kiebitz liebt freie Rundumsicht. Weil Äcker immer intensiver genutzt werden, findet der einst verbreitete Vogel nur noch wenige Brutplätze. Zum Schutz des Kiebitzes hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ein 1,45 Millionen Euro umfassendes Projekt gestartet.

Knapp fünf Jahre lang sollen neue Schutzmethoden für Kiebitze und andere Vogelarten entwickelt und bundesweit zusammen mit Landwirten erprobt werden, teilte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Montag im schleswig-holsteinischen Bergenhusen mit.

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Feldern und Wiesen in Deutschland anzutreffen war. Heute ist er laut Nabu aus vielen Agrarlandschaften verschwunden und gehört zu den bedrohten Vogelarten. Sein Bestand ist demnach in den vergangenen 20 Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen, nur noch etwa 80.000 Paare brüten in Deutschland. Vor allem intensive Landwirtschaft und veränderte Fruchtfolgen hätten zum Rückgang geführt, hieß es.

Der Kiebitz brütet fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Zu den erprobten Maßnahmen sollen darum Flächen ohne dichten, hohen Bewuchs auf Äckern und Wiesen gehören, sagte Miller. Dies seien geeignete Brutplätze für die Vögel. „Denn sie lieben die Rundumsicht.“ Drei Viertel der Projektkosten trägt das Bundesumweltministerium. Ein Viertel übernehmen das schleswig-holsteinische Umweltministerium, die Hanns R. Neumann Stiftung und der Nabu.

dpa

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