Reicher Nachwuchs

Kinder haben mehr Geld als je zuvor

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Foto: Deutschlands Kinder bekommen so viel Taschengeld als je zuvor.

Berlin - Trotz Finanzkrise bekommen Kinder und Jugendliche in Deutschland so viel Taschengeld wie nie zuvor: Durchschnittlich 27 Euro hat der Nachwuchs monatlich zur Verfügung – am liebsten investieren Kinder in Süßigkeiten,

Zeitschriften und Getränke. Dies geht aus der „Kids-Verbraucheranalyse 2012“ hervor, die das Konsum- und Freizeitverhalten Minderjähriger untersucht. „Die Eurokrise ist nicht bei den Kindern angekommen“, sagte Ralf Bauer vom Egmont Ehapa Verlag, der seit 20 Jahren Studien zum Konsumverhalten veröffentlicht.

Bauer betonte die Wirtschaftskraft der kleinen Konsumenten: „Rechnet man allein das Taschengeld und die Geldgeschenke der Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren zusammen, so stehen dieser Gruppe 2012 insgesamt 2,87 Milliarden Euro zur Verfügung.“ Neben Bonbons, Comics und Limo gehören Eis, Fastfood, Spielzeug, Sammelkarten, Knabberzeug und Kino zu den zehn wichtigsten Taschengeldposten. Nach rückläufiger Tendenz in den vergangenen Jahren, scheinen zudem Marken wieder angesagt zu sein. Gerade bei Turnschuhen, Schulsachen und Handys will mehr als die Hälfte der kleinen Käufer ein ganz bestimmtes Markenprodukt. Die Eltern spielen meist mit – mit Ausnahme von MP3-Playern und Handys. Speziell bei Mobilgeräten gilt: Das abgelegte Handy der Eltern tut es auch. Dennoch rangieren bei den Ausgaben der Eltern für ihre Kinder die Handykosten mit 160 Euro hinter Taschengeld (326 Euro) und Bekleidung (346 Euro).

Zudem wird mehr Geld für elektronische als für klassische Spielsachen wie Stofftiere oder Baukästen ausgegeben. Vier von fünf Kindern ab sechs Jahren haben einen Computerzugang, drei Viertel surfen im Internet. Nach Jahren des Wachstums sieht Bauer hier eine „Sättigungstendenz auf hohem Niveau“. Dazu passt: Bücher und vor allem Zeitschriften sind weiter gefragt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sieht in dem Leseverhalten der Kinder einen „schönen Silberstreif“. Vor allem der häufige Griff von Vorschülern zu Büchern und Magazinen könne nicht hoch genug bewertet werden, sagte sie der HAZ. Die Ministerin richtete einen Appell an die Eltern: „Haltet mit Euren Kindern Schritt im Internet, begleitet sie, schützt sie in den ersten Jahren mit Kinderschutz-Software und kümmert Euch spätestens ab dem Grundschulalter um eine vernünftige Medienkompetenz Eurer Kinder.“ Schröder betonte, im Netz gebe es schneller neue Entwicklungen, als viele Eltern ahnten. „Da reicht es nicht, die Computer-Kenntnisse vom eigenen Arbeitsplatz zum beruhigenden Maß aller Dinge zu erklären.“

Der Studie zufolge dürfen mehr als die Hälfte der Kinder zwischen zehn und 13 Jahren allein ohne Aufsicht im Netz surfen. Schaut man sich die beliebtesten Freizeitaktivitäten der Kinder zwischen sechs und 13 Jahren an, gilt interessanterweise „im Internet surfen“ gar nicht als so cool – es belegt nur den zehnten Platz. Angesagt sind hingegen Spielen mit Freunden (79 Prozent) und Fernsehen (72 Prozent).

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Maja Heinrich

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