Studie

Kinder trinken zu wenig und naschen zu viel

- Kleinkinder essen einer Studie zufolge zu viel Fleisch, Wurst und Süßes, trinken aber zu wenig. Statt 0,6 bis 0,7 Liter pro Tag, trinken sie nur 0,4 Liter. Auch Gemüse und Vollkornprodukte kommen zu kurz.

Das ist der Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund.

Süßigkeiten liegen mit rund 50 Gramm pro Tag demnach deutlich über der ratsamen Menge von 25 bis 30 Gramm. Besonders Kinder ab zwei Jahren schlagen dabei über die Stränge. Die Wissenschaftler hatten die Ernährungsgewohnheiten in 525 repräsentativ ausgesuchten Haushalten mit ein bis drei Jahre alten Kindern untersucht.

Gerade im Kleinkindalter bilden sich den Forschern zufolge die Ernährungsgewohnheiten heraus, die einmal falsch eingeübt, langfristig die Gesundheit beeinflussen. „Beim Übergang vom Brei zum Familienessen übernehmen die Kinder das Essverhalten der Erwachsenen“, sagte FKE-Ernährungswissenschaftlerin Annett Hilbig.

Überraschend habe die Studie hervorgebracht, dass Kinder auch nach dem Übergang häufig noch Brei essen, manche sogar bis zum dritten Lebensjahr. „Entweder essen sie ihn gerne oder bei den Eltern herrscht ein gewisses Sicherheitsdenken, weil sie mit Brei nichts falsch machen könnten“, vermutet Hilbig.

Weniger überraschend war die Erkenntnis, dass Kinder in Familien höherer Bildungsschichten tendenziell besser ernährt werden. Das liege unter anderem an der Wahl frischer Lebensmittel. Mögen Kinder gesunde Bestandteile nicht, sollten Eltern hartnäckig bleiben. Die Neophobie, die Angst bei Kleinkindern vor Neuem, lasse sich mit kleinen Portionen und beharrlichem Anbieten überwinden. Ungesundes sollte dagegen nur einschränkt angeboten, aber nicht verboten werden. Gegen Pommes, Limonade oder Süßes sei nichts einzuwenden, wenn es etwas Besonderes bleibe, meinte die Ernährungswissenschaftlerin.

Verbindliche Regel zur Kleinkindernahrung gibt es nicht. Das FKE gibt aber Empfehlungen für eine „optimierte Mischkost“. Danach sollen Kinder viel pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Brot, Kartoffeln, Nudel und Reis essen sowie viel Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Schorlen trinken. Milch, Milchprodukte, Eier, mageres Fleisch, Wurst und Fisch solle mäßig verzehrt werden.

Die sogenannte Greta-Studie (German Representative Study of Todder Alimentation) ist in Zusammenarbeit mit TNS Healtcare unter Förderung von Alete entstanden. Die befragten Haushalte füllten Fragebögen aus und erstellten Ernährungsprotokolle.

dpa

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