US-Forscherin

Klimawandel schuld am Wetterchaos?

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Großbritannien leidet derzeit unter großen Wassermassen. Nach Ansicht von US-Forschern könnte dies mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Chicago - Während die Menschen in Kalifornien unter Dürre leiden, bibbert der Nordosten der USA seit Wochen unter Eiseskälte. Großbritannien kämpft gegen Fluten. Das könnte mit dem Klimawandel zusammenhängen, vermuten US-Forscher. Im Verdacht haben sie den Jetstream.

Eiseskälte im Nordosten der USA, Dürre in Kalifornien und großflächige Überschwemmungen in Großbritannien: Das seit Wochen anhaltende Wetterchaos könnte nach Ansicht von US-Forschern mit dem Klimawandel zusammenhängen. „Es stimmt überein mit dem Muster, das wir auf Basis unserer Daten erwarten“, sagte die Klimaforscherin Jennifer Francis von der Rutgers Universität im US-Bundesstaat New Jersey am Sonnabend (Ortszeit) beim Jahrestreffen des weltgrößten Wissenschaftsverbands American Association for the Advancement of Science (AAAS) in Chicago. Für eine definitive Aussage dazu sei es jedoch noch zu früh, betonte sie.

Im Verdacht hat das Forscherteam um Francis den Jetstream, eine starke Luftströmung in großer Höhe, die die Großwetterlage in den USA und Europa mitbestimmt. Die Erwärmung der Arktis führe dazu, dass der Jetstream insgesamt schwächer werde und in größeren Wellen verlaufe, sagte Francis. Diese Wellen bewegen sich langsam und führen dazu, dass die Wetterlage sich über einen längeren Zeitraum nicht ändert. Beult sich eine Welle nach Norden, dann strömt warme Luft in den Süden, beult sie sich nach Süden, kommt kältere Luft aus der Arktis.

Für ihre Forschungen wertete Francis Wetterdaten seit 1980 aus und entdeckte besonders in den vergangenen beiden Jahrzehnten eine Schwächung des Jetstreams und deutlich größere Jetstream-Wellen - der Jetstream ufere also stärker nach Norden beziehungsweise Süden aus. Die Ergebnisse deckten sich mit denen einiger anderer Forscher, die ebenfalls Auffälligkeiten rund um die größeren Jetstream-Wellen beschrieben hätten.

Beim Jahrestreffen des Verbands AAAS diskutieren seit Donnerstag rund 6500 Wissenschaftler aus aller Welt über ihre Forschungen und stellen neue Ergebnisse vor. Der zum 180. Mal stattfindende Kongress steht in diesem Jahr unter dem Motto „Globalen Herausforderungen begegnen: Entdeckungen und Innovation“. Die AAAS mit Sitz in Washington gibt unter anderem das Fachjournal „Science“ heraus.

dpa

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