Internationale Raumstation ISS

Kosmonauten sieben Stunden im Außeneinsatz

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Kosmonauten der ISS haben den bisher längsten Einsatz in russischen Raumanzügen unternommen.

Moskau - Etwa 400 Kilometer über der Erde schrauben zwei Kosmonauten mehrere Behälter ab, um Materialproben an Bord der Raumstation zu bringen. Auch Halterungen werden bei dem Einsatz befestigt. Für ein geplantes Labor verlegen die beiden Russen schon einmal einige Stromkabel.

Bei einem Außeneinsatz im All haben zwei russische Kosmonauten von der Internationalen Raumstation ISS mehrere Boxen mit Experimenten abgeschraubt und an der Außenwand Halterungen montiert. Die Griffe sollen künftige Arbeiten an der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde erleichtern, teilte das Flugleitzentrum bei Moskau in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) der Agentur Interfax zufolge mit.

Während ihrer mehr als siebenstündigen Mission verlegten Alexander Missurkin und Fjodor Jurtschichin auch einige Stromkabel, wie ein Sprecher sagte. Die Verbindungen zwischen dem russischen und dem US-amerikanischen Segment der ISS sind wichtig für das neue Raumlabor MLM, das noch in diesem Jahr mit einer Proton-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan starten soll. Zusammen mit dem multifunktionalen Modul werden dann bis zu drei Tonnen moderne wissenschaftliche Ausrüstung in die Umlaufbahn geschossen.

Es war der bisher längste Einsatz mit russischen Raumanzügen. Vor einem Monat hatte eine Mission abgebrochen werden müssen, nachdem der italienische Raumfahrer Luca Parmitano über Wasser im Helm klagte. Russischen Experten zufolge handelte es sich vermutlich um Kühlflüssigkeit, die durch den Belüftungsschlitz eingetreten war.

Außer Parmitano und den beiden Kosmonauten arbeiten auf der ISS derzeit noch ein weiterer Russe und zwei US-Amerikaner. Am Donnerstag (22. August) ist ein weiterer „Weltraumspaziergang“ geplant.

dpa

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