Verdrängung durch Menschen

Lebensraum für Zugvögel wird immer knapper

- Landwirtschaft und Tourismus verdrängen Zugvögel aus ihrem natürlichen Terrain. So wird der lange Flug zwischen Brut- und Wintergebiet für die „Nomaden der Lüfte“ jedes Jahr beschwerlicher.

Immer weniger Land in Sicht: Der Welttag des Zugvogels am 14. und 15. Mai will auf den Verlust natürlicher Lebensräume hinweisen. Zahlreiche Landstriche werden nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) durch intensive Landwirtschaft oder Tourismus stark beeinträchtigt - oder sind bereits zerstört worden. Das diesjährige Motto des Welttages heißt: „Wie hat sich die Landnutzung aus der Vogelperspektive verändert?“

Zugvögel seien besonders gut geeignet, den Wandel in der Umwelt zu dokumentieren. „Sie durchstreifen jedes Jahr so viele Landstriche und nehmen so ’Stichproben’ ihrer Umgebung auf“, erklärte Umweltexperte Nick Davidson, der sich für den Erhalt von Feuchtgebieten einsetzt.

In Europa hat sich der Naturschutzstiftung EuroNatur zufolge vor allem die Situation an der Ostküste der Adria - von Slowenien über Kroatien und Montenegro bis nach Albanien - verschlechtert. In dem Küstenstreifen seien in den vergangenen 60 Jahren 75 Prozent der Feuchtgebietsflächen beeinträchtigt oder zerstört worden. Diese werden von den Vögeln als „Energietankstellen“ für den langwierigen Pendelflug zwischen Brut- und Wintergebiet genutzt.

Den Welttag des Zugvogels gibt es seit 2006. Er ist eine weltweite Kampagne und will für den Schutz der „Nomaden der Lüfte“ und dessen Lebensräume sensibilisieren. Der Welttag des Zugvogels findet jedes Jahr am zweiten Wochenende im Mai statt.

Rund 50 Milliarden Tiere sind Unep zufolge im Jahr unterwegs. Typische Zugvögel sind etwa Storch, Kranich und Wespenbussard.

dpa

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