Weltweite „Earth Hour“-Aktion

Licht aus für den Klimaschutz

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Mehr als 100.000 Menschen haben sich an der weltweiten „Earth Hour“-Aktion beteiligt.

Berlin - Wenn für eine Stunde die Lichter an den Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten dieser Welt ausgehen, spart das nicht nur Energie. Es ist vor allem eine Demonstration für den Umwelt- und Klimaschutz.

Auf der ganzen Welt sind am Samstagabend Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten für den Umweltschutz in Dunkelheit gehüllt worden. Ob an der chinesischen Mauer, dem Big Ben in London, dem Eiffelturm in Paris oder dem Brandenburger Tor in Berlin - zur „Earth Hour“ (Stunde für die Erde) blieb die Beleuchtung jeweils um 20.30 Uhr Ortszeit für eine Stunde ausgeschaltet.

„Von Peking bis Berlin, von Singapur bis San Francisco, heute Nacht machen die Menschen ihre Lichter aus, um ihre Sorge über die Zukunft unseres Lebens auf diesem Planeten zu zeigen“, sagte der Generaldirektor der Umweltschutzorganisation WWF, Jim Leape, in Rom, wo ebenfalls an bekannten Wahrzeichen und im Vatikan die Beleuchtung für eine Stunde ausgestellt wurde. Der „Earth Day“ wird vom WWF weltweit in über 150 Ländern koordiniert.

„Indem wir das Licht ausschalten, setzen wir ein Symbol für erneuerbare Energien weltweit. Die Energie der Zukunft muss sauber und bezahlbar sein“, erklärte UN Generalsekretär Ban Ki Moon.

Die zentrale Aktion in Deutschland fand am Brandenburger Tor statt. Umweltschützer zündeten bei 5000 blaue und grüne Bio-Kerzen in Form einer riesigen Erde an. Wie das berühmte Tor lag auch der Berliner Fernsehturm für eine Stunde im Dunkeln. Insgesamt wollten 126 Städte in Deutschland mitmachen.

Nach Angaben des WWF beteiligten sich auch Menschen in ehemaligen Kriegsländern wie Libyen und Irak an der Aktion. Auch am höchsten Wolkenkratzer der Welt, dem Burj al Chalifa in Dubai, seien die Lichter ausgeschaltet worden, ebenso am etwas kleineren Burj al Arab. In Russland folgten laut WWF rund 15 Millionen Menschen dem Aufruf und schalteten ihr Licht für den Umwelt- und Klimaschutz eine Stunde lang aus.

Eine besondere Stellung nehme das Internet bei der Organisation der „Earth Hour“ ein. Mehr als 100.000 Menschen hätten sich in den ersten 12 Stunden auf der Homepage der Aktion an einem Wettstreit für den Umweltschutz beteiligt und Aktionen angekündigt, teilte der WWF mit.„Die sozialen Netzwerke verbinden nicht nur die Welt, sie sind zu den wichtigsten Organisationsmitteln für die Bürger geworden, um zu handeln. Menschen aus mehr als 150 Ländern rund um die Welt machen sich die Macht der Online-Plattformen zunutze, um sich physisch um die Zukunft des Planeten zu kümmern“, sagte „Earth Hour“-Mitbegründer Andy Ripley.

Die Idee zur „Earth Hour“ entstand 2007 im australischen Sydney. 2,2 Millionen Haushalte schalteten damals für eine Stunde das Licht aus, um ein Zeichen für mehr Klimaschutz zu setzen. Nach WWF-Angaben verzichteten 2011 weltweit bereits 1,8 Milliarden Menschen für eine Stunde auf elektrisches Licht.

jhf/dpa

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