31 Fälle in Niedersachsen

Masern sind auf dem Vormarsch

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31 Masern-Fälle gab es bislang in Niedersachsen im Jahr 2015.

Hannover - Die Masernwelle in Berlin und anderen Bundesländern sorgt für Unruhe. Auch in Niedersachsen sind seit Jahresbeginn 31 Menschen an Masern erkrankt. Im Kampf gegen die gefährliche Infektionskrankheit setzt das Land auf Aufklärung statt auf Zwang.

So schlimm wie derzeit in Berlin, wo sich seit Oktober mehr als 1000 Menschen mit Masern angesteckt haben, ist es in Niedersachsen nicht. Aber vom Ziel der Weltgesundheitsorganisation, ihre Verbreitung in Europa zu stoppen, ist Niedersachsen noch weit weg. „Wir haben im laufenden Jahr bislang 31 Fälle von Masern“, sagte am Mittwoch Fabian Feil vom Gesundheitsministerium bei einem Impfsymposium. 19 Fälle beträfen eine Großfamilie aus Bosnien-Herzegowina, die restlichen Erkrankungen seien Einzelfälle.

„Erkrankt jemand an Masern in einem Netz aus geimpften Personen, dann passiert nichts weiter“, erklärte Feil das Ziel für die Zukunft. Seiner Ansicht nach sei so ein Netz stabil, wenn die Impfquote bei 95 Prozent läge, wovon man derzeit, außer bei Schülern, noch ein Stück entfernt sei. Die Masernzirkulation gelte als unterbrochen, wenn es lediglich einen Fall auf 1 000 000 Einwohner gebe. Mit 31 Masernfällen liege Niedersachsen deutlich darüber.

Die Notwendigkeit für die Einführung einer Impfpflicht in Niedersachsen sieht Gesundheitsministerin Cornelia Rundt auch beim Blick auf die Masernerkrankungen nicht. „Eine Pflicht zur Impfung erhöht nicht die Quote“, sagte Rundt in einem Grußwort beim Impfsymposium und machte damit ihren Standpunkt klar. Der Fokus sollte stattdessen eher auf Beratung und Aufklärung gelegt werden, so die Ministerin, damit Unwissenheit keine Rolle mehr dabei spielen könne, wenn Bürger eine Impfung nicht vornehmen lassen.

Von Christoph Bossmeyer

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