Studie

Menschen und Affen altern gleich

- Im Ablauf der Alterung unterscheidet sich der Mensch kaum von seinem nächsten Verwandten. Auch bei den meisten Affenarten leben die Weibchen länger als die Männchen.

Das zeigt ein Vergleich des menschlichen Alterns mit dem verschiedener Affenarten. Unsere Art ist zwar die langlebigste unter den Primaten, aber der Ablauf unserer Alterung unterscheidet sich nicht wesentlich, berichten US-Forscher im Fachjournal „Science“. Bisher waren Biologen davon ausgegangen, dass die Menschen während ihrer langen Lebenszeit anders und langsamer altern.

Anne Bronikowski von der Iowa-State-Universität in Ames und Susan Alberts von der Duke-Universität in Durham verglichen den individuellen Verlauf der Alterung bei fast 3000 Affen aus sieben Arten: Sifaka-Lemuren aus Madagaskar, Kapuzineraffen aus Costa Rica, Spinnenaffen aus Brasilien, Diadem-Meerkatzen und Paviane aus Kenia, dazu Schimpansen und Gorillas. Ihr Alterungsverlauf, gemessen daran, wie sich die Sterbewahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens verändert, glich sich bei all diesen Arten und entsprach dem auch für Menschen typischen: Nach einem hohen Risiko in jungem Alter folgt eine Phase der relativen Sicherheit, danach steigt die Wahrscheinlichkeit zu sterben kontinuierlich an.

Auch in einem anderen Punkt ähneln die Menschen ihren nächsten Verwandten: Bei fast allen untersuchten Arten leben die Weibchen länger, das Todesrisiko der Männchen steigt früher. Eine Ausnahme machen hier die brasilianischen Spinnenaffen: Ihre Männchen leben ebenso lange und mit gleichem Risikoverlauf wie die Weibchen, möglicherweise wegen ihres sehr wenig aggressiven Verhaltens bei der Konkurrenz um Weibchen. Sifaka-Lemuren verhalten sich da völlig anders. Die Männchen konkurrieren ihr Leben lang heftig um die Weibchen - und sie altern und sterben besonders schnell.

Die Unterschiede in der Alterung der verschiedenen Arten zeigte keinen Zusammenhang mit ihrer Verwandtschaft, sondern könnte ausschließlich auf ihren Lebensumständen beruhen, berichten die Forscher. Dies bedeute, dass der Mensch trotz seiner langen Lebensspanne immer noch ein typischer Primat ist. Die moderne Medizin hat es erlaubt, dass Menschen in vielen Teilen der Welt heute viel älter werden als in früheren Zeiten. „Wir wissen aber immer noch nicht, was unser maximales Alter bestimmt“, betonte Alberts. „Einige Studien deuten darauf hin, dass wir noch älter werden könnten als heute. Ein Blick auf unsere tierischen Verwandten könnte uns zeigen, wie flexibel unser Altern ist, und diese Frage klären.“

dpa

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