Weltweiter Rauschgift-Konsum

200 Millionen Menschen nehmen illegale Drogen

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Jeder 20. in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen konsumiert laut des Berichts illegale Drogen.

London - Dia Zahlen sind erschreckend: 200 Millionen Menschen nehmen laut einem Forschungsbericht weltweit illegale Drogen zu sich. Der Drogenmissbrauch spielt demnach für den Gesundheitszustand der Bevölkerung inzwischen eine ähnlich große Rolle wie der Missbrauch von Alkohol.

Das britische Wissenschaftsmagazin „Lancet“ hat erschreckende Zahlen über den weltweiten Drogenmissbrauch veröffentlicht. Demnach greifen jährlich 200 Millionen Menschen weltweit zu illegalen Drogen – jeder 20. in der Altersgruppe der 15- bis 64-Jährigen. In den hochentwickelten Industrieländern ist die Missbrauchsquote am höchsten. Illegale Drogen spielen für den Gesundheitszustand der Bevölkerung inzwischen eine ähnlich große Rolle wie der Missbrauch von Alkohol. „Lancet“ stützt sich auf insgesamt drei Studien. Die erste stammt von den australischen Forschern Professor Louisa Degenhardt und Professor Wayne Hall, eine zweite vom britischen Professor John Strang. Die dritte Untersuchung hat der Melbourner Wissenschaftler Professor Robin Room verfasst.

Der tatsächliche Konsum von illegalen Drogen sei nie genau zu schätzen, weil naturgemäß keine offiziellen Zahlen existieren können. Dennoch gehen die Wissenschaftler Hall und Degenhardt davon aus, dass weltweit zwischen 125 und 203 Millionen Menschen Cannabisprodukte wie Haschisch oder Marihuana einnehmen. Andere Drogen wie Kokain oder Opiate (Heroin) liegen mit bis zu 21 Millionen Konsumenten deutlich dahinter. Weltweit gibt es demnach zwischen 11 und 21 Millionen Menschen, die sich Rauschgift spritzen.

Illegale Drogen scheinen in Australien und Neuseeland durchaus beliebt zu sein - allein 15 Prozent der 15- bis 64-Jährigen nehmen dort Cannabis, schreiben die Wissenschaftler unter Berufung auf Zahlenmaterial der Vereinten Nationen. Opiate sind dagegen im Nahen Osten besonders nachgefragt. Diese Drogen sind für die Volksgesundheit die gefährlichsten: Jeder vierte Konsument werde lebenslang abhängig, es bestehe die Gefahr von Todesfällen durch Überdosen, hinzu komme das Risiko der Übertragung schwerwiegender Virusinfektionen wie Aids.

Strangin beklagt einen großen Mangel an politischem Vermögen im Umgang mit dem Drogenproblem. „Ein Großteil der öffentlichen Debatte in der Drogenpolitik basiert auf nur minimalen Informationen aus der Wissenschaft“, heißt es in dem Text. Insgesamt plädieren die Autoren der Studie für eine harte Hand gegen den Drogenkonsum: Hohe Preise und schnelle Bestrafungen könnten dem Drogenhandel und damit auch dem Konsum am ehesten empfindliche Schläge versetzen.

Internationale Verträge müssten sicherstellen, dass etwa Opiate nicht illegal, sondern in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt werden. Dies sei bisher etwa in ärmeren Ländern nicht ausreichend möglich, argumentiert Room. Immer wieder seien Schlupflöcher und Sonderklauseln in den Verträgen genutzt worden, um deren eigentlichen Sinn zu umgehen.

dpa

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