„Riesen der Meere“

Münster zeigt eineinhalb Meter langen Wal-Penis

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So groß wie ein Kleinwagen: Nicht nur der Penis, auch das Herz des Wals ist im Vergleich zum Menschen überdimensional groß.

Münster - Wale - die Titanen der Tiefsee sind Thema einer Schau in Münster. Doch auf das Vorzeigestück müssen Besucher vorerst verzichten: das riesige Skelett eines Pottwals, der an der Nordseeküste strandete.

Eine riesige Schau rund um die „Riesen der Meere“ startet im Museum für Naturkunde in Münster. Bei der Ausstellung dreht sich alles um Wale - so erwartet die Besucher etwa die Nachbildung eines Blauwalherzens „so groß wie ein Kleinwagen“, wie der Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch, am Mittwoch sagte. In dem 300 Kilogramm schweren Modell aus Fiberglas ist der langsame Herzschlag des weltgrößten Tiers zu hören.

Die Schau vollzieht die Entwicklung der Wale nach, deren Vorfahren vor etwa 55 Millionen Jahren noch auf vier Beinen gingen. Auch das fünf Millionen Jahre alte Original-Skelett eines Ur-Wals schmückt die Ausstellung, die von Freitag an für Besucher geöffnet ist. „Wir zeigen die Anatomie der Wale, ihr Fortpflanzung, Lebensweise, aber auch den Walfang, andere Bedrohungen und ihren Schutz“, berichtete Kirsch über die rund 900 Exponate der eine Million Euro teuren Schau.

Erst in etwa zwei Monaten findet das Vorzeigestück der Ausstellung seinen Weg ins Museum: das gigantische Skelett eines männlichen Pottwals, der 2011 vor der Nordseeinsel Pellworm angespült wurde. Es ist noch nicht fertig präpariert, die Knochen des 15 Meter langen Kolosses werden derzeit noch von Experten in Stralsund entfettet. „Dieser Prozess dauert relativ lange“, sagte Museumsdirektor Alfred Hendricks. „Dann müssen die Knochen noch getrocknet werden.“

Zum Start am Freitag bekommen Besucher aber immerhin schon Teile des gestrandeten Wals zu Gesicht. Der eineinhalb Meter lange Penis des Säugers ist als Abguss zu sehen. Außerdem findet sich ein konservierter Hoden des Tiers in der Schau. Der richtige Penis ist tiefgefroren - ausgestellt würde er zu sehr stinken. Auch die Überreste eines Finnwals stehen bis zum 3. November 2013 im Museum.

dpa

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