Raumfahrt

Nasa baut neues Fahrzeug für Reisen ins tiefe All

- Reisen zu einem fernen Asteroiden und vielleicht zum Mars? Das hofft die Nasa zu erreichen - und lässt dafür ein neues Raumfahrzeug für bemannte Ausflüge entwickeln. Starten soll das bereits 2025.

Die Nasa will Menschen ins tiefe All schicken und lässt dazu ein neues Raumfahrzeug entwickeln. Gedacht ist es zunächst für dreiwöchige Reisen mit einer vierköpfigen Besatzung, wie die US-Raumfahrtbehörde am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Nach ihren Angaben wird das neue Fahrzeug beim Start, dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und bei der Landung zehnmal sicherer sein als seine Vorgänger - die Space-Shuttle, die im Sommer endgültig stillgelegt werden sollen.

Das neue Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) soll auf Designs basieren, die ursprünglich für das Orion-Kapsel-System vorgesehen waren, erläuterte die Nasa. Orion war Teil eines Programms der Behörde, das nach langer Zeit wieder Menschen auf den Mond bringen sollte. Präsident Barack Obama hatte es im vergangenen Jahr gestrichen - mit der Zielvorgabe für die Nasa, bis 2025 Menschen zu einem Asteroiden zu bringen und dann möglichst bis 2035 zum Mars.

Das Unternehmen Lockheed Martin, das zuvor auch den Orion-Auftrag erhalten hatte, soll das neue Vehikel mit einer „Wohnfläche“ von neun Kubikmetern entwickeln. Eine Modifizierung der Orion-Pläne sei kostengünstiger als nach ganz neuen Designs zu suchen, sagte Douglas Cooke von der Nasa mit Blick auf strenge Etatvorgaben. Es mache Sinn, daran festzuhalten, zumal beim Orion-Projekt bereits große Fortschritte erzielt worden seien.

Die Weltraumbehörde will zudem die Arbeiten an einer schweren Startrakete zur Beförderung des neuen Vehikels ins All „energisch“ vorantreiben. Der US-Kongress hatte die Nasa im vergangenen Jahr angewiesen, das Fahrzeug und die Rakete bis 2016 einsatzbereit zu haben. Aber die Behörde hat bereits angedeutet, das wohl mehr Zeit benötigt werde.

Zurzeit befindet sich die Raumfähre „Endeavour“ auf ihrem Abschiedsbesuch bei der Internationalen Raumstation ISS. Im Juli soll „Atlantis“ die letzte Shuttle-Mission absolvieren. Danach sind US-Astronauten beim Transport zur ISS vorübergehend auf sowjetische „Sojus“-Kapseln angewiesen - bis kommerzielle Raumfahrzeuge zur Verfügung stehen, die sozusagen dann als Taxis benutzt werden können. Das soll der Nasa Geld sparen helfen.

Unterdessen sind zwei „Endeavour“-Astronauten zum dritten Mal innerhalb einer Woche zu Außenarbeiten an der ISS ins All ausgestiegen. Drew Feustel und Mike Fincke wollten bei ihrem Einsatz am Mittwoch die Installation drahtloser Antennen beenden. Diese war am vergangenen Freitag vorzeitig abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Kohlendioxidanzeige in einem Astronautenanzug gab. Zudem sollte die Stromversorgung auf der russischen Seite der ISS verbessert und die Reichweite des Roboterarms in dem Bereich vergrößert werden.

dpa

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