Schlechte Nachrichten für Kleingärtner

Neue Studie über Stadtgemüse

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Foto: Laut einer Studie der TU Berlin sind Gemüse und Obst aus Kleingärten mit Schadstoffen behaftet.

Berlin - Schlechte Nachricht für Stadtgärtner: Obst und Gemüse aus Innenstädten können erhebliche Mengen an Schadstoffen enthalten. Das ergab eine Untersuchung am Institut für Ökologie der TU Berlin, die im Wissenschaftsjournal "Environmental Pollution" veröffentlicht wurde.

Im Vergleich zu Produkten aus dem Supermarkt sei in Stadtgemüse in der Nähe stark befahrener Straßen oft ein Vielfaches an Schwermetallen angereichert, teilte Studienleiterin Ina Säumel mit. Die in Berlin gewonnenen Ergebnisse seien deutlich: An Orten mit viel Verkehr wurden teilweise sogar EU-Grenzwerte für Lebensmittel überschritten.

Proben wurden im Sommer 2010 genommen - von Flächen rund um Bäume, von Hinterhöfen sowie aus Kleingärten, sagte Säumel. Wo genau die Areale lagen, verriet sie nicht. Mit den Gärtnern sei Anonymität vereinbart worden. "Kontamination wird gern als Argument genommen, um Gärten zu schließen und die Flächen lukrativen Nutzungen zuzuführen", begründete die Wissenschaftlerin.

Möhren, Tomaten und Mangold hatten laut Studie im Vergleich zu Supermarkt-Angeboten deutlich höhere Anteile an Zink, Blei und Kupfer. Auch bei Nickel und Cadmium waren die Werte erhöht. Einige Schwermetalle können in hoher Konzentration Gesundheitsschäden hervorrufen.

Die Forscherin warnte vor Panik. Sie verwies auf Forscher aus England, die eine ganzheitlichere Sicht auf selbst angebautes Stadtgemüse fordern. Demnach sollten bei der Risikobewertung auch positive Aspekte wie Bewegung an frischer Luft oder gemeinschaftliche Naturerfahrungen berücksichtigt werden. Viel verbessert werden könne schon, wenn Hecken zwischen Straße und dem Ort gärtnerischer Freude lägen, sagte Säumel.

dpa

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