Nordsee

Noch nie gab es so viele Seehunde

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Seehundbestand in der Nordsee erreicht Rekordwert.

Wilhelmshaven - Seehunde und Kegelrobben fühlen sich im Wattenmeer offensichtlich immer wohler. Die Bestände sind auf Rekordwerte angestiegen. Bei Flugzählungen im August entlang der deutschen, niederländischen und dänischen Nordseeküste seien allein 24 118 Seehunde registriert worden.

Das teilte das Internationale Wattenmeersekretariat am Mittwoch nach Auswertung der Ergebnisse in Wilhelmshaven mit. Das entspreche einem Plus von neun Prozent gegenüber 2010 und sei der höchste jemals beobachtete Wert seit Beginn der Zählflüge.

Bei den Jungtieren ist der Bestand den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls angestiegen. Im Juni wurden 7044 Jungtiere gezählt und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl setzt sich zusammen aus 3105 Seehunden (699 Jungtiere) in Dänemark, 8493 (3294) in Schleswig-Holstein, 4699 (1606) in Niedersachsen und Hamburg sowie 7821 (1445) in den Niederlanden. „Obwohl sich die Zunahme in den letzten Jahren verlangsamt hat, sehen wir keine Anzeichen, dass bereits ein Maximum erreicht ist“, sagte der Leiter des mit der Koordination des trilateralen Seehundmonitorings beauftragten Wattenmeersekretariats, Jens Enemark.

Die Experten vermuten, dass die tatsächliche Zahl der Seehunde noch weitaus höher ist. Die Tiere können nur gezählt werden, wenn sie bei Ebbe auf den Sandbänken liegen, hieß es. Viele von ihnen würden sich während der Zählflüge aber im Wasser aufhalten und könnten somit nicht erfasst werden. Die Gesamtzahl wird daher auf mehr als 35.000 geschätzt.

Ebenfalls angestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Kegelrobben. Während des Fellwechsels zwischen März und April wurden im Wattenmeer 3312 Tiere gezählt. Die jährliche Wachstumsrate liegt den Angaben zufolge seit 2007 bei konstant mehr als 15 Prozent. Einer der Gründe sei die Einwanderung von Kegelrobben aus Großbritannien. „Der Anstieg der Seehundzahlen und die Wiederansiedlung der Kegelrobbe ist ein großer Erfolg für den Schutz des Wattenmeeres“, kommentierte Enemark die neuesten Zahlen.

Normann Berg

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