Gesundheit

Portal soll Gesundheit von Männern stärken

+
„Sie definieren sich sehr stark über Leistung“: Jüngerer Mann beim Arzt.

Berlin/Hannover - Das Bundesgesundheitsministerium sorgt sich um die Gesundheit des angeblich starken Geschlechts. Doch Männer tun sich schwer bei der Vorsorge und scheuen Untersuchungen.

Es hat sich rumgesprochen: Das starke Geschlecht schwächelt. Nicht nur die kleinen Jungs haben Probleme, mit den Mädchen mitzuhalten. Auch der erwachsene Mann bedarf der besonderen Förderung. So sieht es jedenfalls das Bundesgesundheitsministerium, das sich jetzt mit einer neuen Broschüre und einem Internetportal speziell der männlichen Gesundheit widmet.

Noch immer sterben Männer im Schnitt sechs Jahre früher als Frauen. Glaubt man der Fachwelt, so ist dies kein Naturgesetz. Männer gehen seltener zum Arzt und zur Früherkennungsuntersuchung. Sie besuchen seltener Gesundheitskurse, ernähren sich ungesünder, sind häufiger übergewichtig und neigen dazu, psychische Probleme zu verdrängen. „Sie definieren sich sehr stark über Leistung“, sagt der Sportmediziner und Mitautor der Broschüre, Ingo Froböse. „Die wenigsten gestehen sich zu, eine Pause zu brauchen.“

Die Broschüre will harte Männer ermuntern, sich mehr zu bewegen. Sport sei die beste Medizin, um besser mit Stress klarzukommen, um zu entspannen und sich zu regenerieren, sagt Froböse. Auch das neue Internetportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Tipps zur Ernährung, zum Fitness, zur Früherkennung und zur psychischen Gesundheit. Man habe sich fürs Internet entschieden, weil Männer nicht so gern lesen wie Frauen, sagt Direktorin Elisabeth Pott. Bei Broschüren für Jungs verwende man deshalb bereits mehr Bilder und nur kurze Texte.

Das Gesundheitsministerium versteht die beiden neuen Angebote als Teil eines Präventionsprogramms, an dem seit Monaten intern gearbeitet wird. Mit der besonderen Fürsorge für Männer steht das Ministerium übrigens nicht allein. Bereits 2010 stellte das Familienministerium eine Studie über Männergesundheit vor. Das Robert-Koch-Institut arbeitet derzeit an einem „Bericht zur gesundheitlichen Lage der Männer. Spekulationen über die Einführung eines „Männerarztes“ wies Staatssekretär Thomas Ilka allerdings zurück.

Ansonsten konnte Ilka berichten, dass er anders als die meisten männlichen Ministerialen sportlich aktiv ist. Ilka joggt fast jeden Morgen ins Ministerium – etwa zehn der 17 Kilometer von Berlin-Zehlendorf nach Berlin-Mitte. Ab und an gehe er auch im Park spazieren, „um auf andere Gedanken zu kommen“. Ilka kann sich den Dauerlauf erlauben, weil sein Arbeitsplatz etwas bietet, was nicht selbstverständlich ist: Im Ministerium gibt es eine Dusche.

Kommentare