Zeitnot im All

Raumfahrer schaffen bei Einsatz nicht alle Aufgaben

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Blick der Sonne entgegen: Die Astronauten im All sind unter Zeitdruck.

Moskau - Etwa 400 Kilometer über der Erde schrauben zwei Kosmonauten mühsam mehrere Behälter ab, um Materialproben an Bord der Raumstation zu bringen. Auch Kabelhalterungen werden befestigt. Am Ende ihres sechseinhalbstündigen Einsatzes wird für die Russen die Zeit knapp

Bei einem anstrengenden Außeneinsatz im All haben zwei russische Kosmonauten mehrere Module an der Internationalen Raumstation ISS befestigt. Während ihrer 6 Stunden und 35 Minuten langen Mission hätten Alexander Missurkin und Fjodor Jurtschichin aber einen Teil der Aufgaben nicht geschafft, teilte das Flugleitzentrum bei Moskau in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) der Agentur Interfax zufolge mit. „Das Befestigen von Halterungen für Kabelnetze hat sie länger beschäftigt als geplant, daher wurden Griffe nicht installiert“, sagte Sprecher Alexander Poleschtschuk.

Bei ihrem Einsatz etwa 400 Kilometer über der Erde tauschten die Raumfahrer auch ein Modul an einem wichtigen Kühlsystem aus. „Es funktioniert zwar noch, aber die offizielle Betriebszeit ist abgelaufen, und wir wollen nicht, dass es plötzlich ausfällt“, sagte ein Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Zudem demontierten Missurkin und Jurtschichin einen Behälter mit Metallproben. Ursprünglich waren an der ISS zwei dieser Behälter befestigt, allerdings entglitt Mitte April dem Kosmonauten Pawel Winogradow ein Kasten.

Er schwebt seitdem unerreichbar im All.Für Jurtschichin war es bereits der sechste und für Missurkin der erste "Weltraumspaziergang". Der nächste Außeneinsatz ist für Juli geplant. Auf dem Außenposten der Menschheit arbeiten derzeit drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Italiener.

dpa

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