Raumfahrt

Raumsonde soll Geburt der Planeten erkunden

- Es wird eine Reise zurück zu den Anfängen unseres Sonnensystems: Eine unbemannte NASA-Sonde soll von einem Asteroiden Ur-Materie sammeln, die bei der Enstehung unseres Systems übrig geblieben ist. Die Proben sollen genauere Einblicke in die Geburt der Planeten geben.

ie US-Raumfahrtbehörde Nasa will 2016 ihre erste Raumsonde zum Probensammeln auf einen Asteroiden schicken. Der unbemannte Flieger solle dann zu einer sieben Jahre langen Reise aufbrechen, um Material von dem Asteroiden 1999 RQ36 zu holen und zur Erde zurückzubringen, teilte die Nasa am Mittwoch (Ortszeit) mit. Ziel der Mission mit dem Namen "Osiris-Rex" sei es, mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems und den Beginn des Lebens zu erfahren. Zuvor hatte bereits eine japanische Sonde Asteroidenmaterie gesammelt.

"Das ist ein wichtiger Schritt, um die Ziele von US-Präsident Barack Obama zu erfüllen", sagte Nasa-Chef Charlie Bolden laut einer Mitteilung. Das Weiße Haus hatte die Behörde angewiesen, bis 2025 Menschen zu einem Asteroiden zu bringen und dann möglichst bis 2035 zum Mars. Dafür wurde ein Programm gestrichen, das nach langer Zeit wieder Menschen auf den Mond befördern sollte. Die Sonde werde vier Jahre benötigen, um zu dem Himmelskörper zu gelangen. Dort angekommen soll sie zunächst ein halbes Jahr lang aus rund fünf Kilometern Abstand den Asteroiden kartieren. Anschließend will ein Team aus Wissneschaftlern von der Erde aus ermitteln, an welcher Stelle das Raumschiff mit seinem Roboterarm die Proben einsammeln soll. 2023 wird es den Plänen zufolge mit seiner wertvollen Fracht zurück sein. Die Mission kostet nach Angaben der Nasa rund 800 Millionen Dollar (568 Millionen Euro). Es wäre weltweit erst das zweite vergleichbare Unterfangen.

Im vergangenen Jahr hatte japanische "Hayabusa"-Sonde Proben von dem Asteroiden "Itokawa" auf die Erde gebracht. Die Sonde war ebenfalls sieben Jahre lang unterwegs. Die Mission wäre fast gescheitert, weil auf dem langen Rückweg mehrere Triebwerke ausgefallen waren, die Kommunikation zeitweise abriss und die Batterien unzuverlässig wurden. Die Nasa hatte mit ihrer Mission "Stardust" 2006 Kometenstaub zur Erde gebracht. Asteroiden sind Relikte des frühen Sonnensystems und Bausteine der Planeten wie der Erde. Doch ihre Beschaffenheit ist für Forscher bis heute weitgehend rätselhaft. RQ36 mit seinem Durchmesser von rund 580 Metern ist nach Aussage der Nasa besonders interessant. "Er ist eine Zeitkapsel von der Geburt unseres Sonnensystems und bringt uns in eine neue Ära der Planetenerkundung", sagte der zuständige Direktor Jim Green. Der Asteroid gehört auch zu den sogenannten erdnahen Objekten, die unserem Planenten einmal gefährlich nahe kommen können. Die Nasa listet derzeit neun Gelegenheiten zwischen 2169 und 2199 auf, an denen RQ36 der Erde sehr nahe kommt.

dpa

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