re:publica: "Vereinfachung ist der Klebstoff der Digitalisierung"

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Besucher der re:publica blicken in Berlin durch 3D-Brillen. Foto: Sophia Kembowski

Die Digitalisierung verändert die Arbeitsorganisation in Unternehmen. Intelligente Maschinen und lernende Algorithmen übernehmen immer anspruchsvollere Arbeiten. Ohne Vereinfachung der Prozesse werden die Vorteile aber auf der Strecke bleiben, sagt ein Experte.

Berlin (dpa) - Die digitale Transformation schreitet in Unternehmen voran. Doch ohne Vereinfachung der Prozesse und Strukturen werde die Veränderung nicht gelingen, sagte Ulrich Irnich, "Director Simplification" bei Telefónica Deutschland, auf der Konferenz re:publica in Berlin.

"Vereinfachung ist der Klebstoff der Digitalisierung." Denn wenn man einen schlechten Prozess digitalisiere, werde man auch nur einen schlechten digitalen Prozess herausbekommen. 

Telefónica Deutschland will den Zusammenschluss mit E-Plus dafür nutzen, einen umfangreichen Vereinfachungsprozess zu starten und flexiblere Strukturen in dem neuen Unternehmen unter Leitung von Irnich aufzubauen. Nach der Fusion betreibe der Provider 48,3 Millionen Kundenanschlüsse, davon 43 Millionen Mobilfunk-Anschlüsse mit einem Umsatz von 7,89 Milliarden Euro, sagte Irnich. Anders als etwa bei einem Start-up sei die Veränderung von Strukturen in einem derart großen und komplexen Unternehmen eine Herausforderung. 

Für die Vereinfachung der Geschäftsprozesse habe Telefónica mit einem "digitalen Gehirn" eine Plattform für alle Mitarbeiter eingeführt, auf der Fragen aller Art gestellt und beantworten werden können. Mitarbeiter können darüber auch die richtigen Ansprechpartner für bestimmte Probleme suchen. Mit Hilfe der intelligenten Datenanalyse ermittele das System zum Beispiel über Schlüsselbegriffe, wer zu welchem Thema die meisten nützlichen Antworten liefert und erkenne somit die echten "Experten". 

Gewachsene Prozessverläufe einfacher zu machen, sei nicht einfach, sagte Irnich. Dabei spielten die Führungskräfte eine zentrale Rolle. "Sie müssen inspirieren, Brücken für die Mitarbeiter bauen, aber auch das operative Geschäft hinbekommen." Die Digitalisierung werde nur helfen, "wenn wir Ballast abwerfen". Vielfach befänden sich die Führungskräfte allerdings noch "in Schockstarre", sagte Irnich. Mit den vereinfachten Prozessen und der entstehenden Transparenz breche ihr Wissensvorsprung weg. Für sie brauche es gute Antworten, "damit sie die Reise auch mitgehen". 

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