Kleiner Schädling

Saison der Eichenprozessionsspinner beginnt

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Das Umweltbundesamt warnt vor einer zu schnellen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit chemischen oder biologischen Mitteln.

Dessau-Roßlau - Sie sind klein, aber gefährlich: Eichenprozessionsspinner können beim Menschen Juckreiz, Bronchitis oder sogar Asthma auslösen. Das Umweltbundesamt warnt dennoch davor, nicht zu schnell zur chemischen oder biologischen Keule zu greifen.

Das Umweltbundesamt warnt vor einer zu schnellen Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit chemischen oder biologischen Mitteln. "Diese Bekämpfung wirkt nicht nur auf den Schädling, sondern tötet unbeabsichtigt auch andere Lebewesen. Zuerst sollte geprüft werden, wo und ob der Befall toleriert werden kann", erklärte der Vizepräsident der Behörde, Thomas Holzmann, am Donnerstag. Eine chemische oder biologische Bekämpfung in Eichenwäldern dürfe nur dann vorgenommen werden, wenn durch den Kahlfraß der Raupen ein Absterben ganzer Waldbestände drohe. Ob dies wirklich eintritt, sei umstritten, weil Eichen nach einem Kahlfraß erneut austreiben können.

Statt einer Bekämpfung könnten vom Menschen wenig genutzte Gebiete vorrübergehend abgesperrt werden, erklärte das Amt, das seinen Sitz in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) hat. Wenn nur einzelne Bäume befallen seien, könnten die Raupen auch durch professionelle Schädlingsbekämpfer abgesaugt werden.

Die kleinen Tiere bilden Brennhaare aus, die an Kleidung und Schuhen haften bleiben können. Beim Menschen lösen sie einen starken Juckreiz aus. Bei manchen Betroffenen reizen sich auch die Schleimhäute der Atemwege oder die Augen. Asthma und sogar Kreislaufreaktionen sind möglich.

In den vergangenen Jahren hatte sich die Schmetterlingsart in Deutschland teils massenhaft vermehrt. Vor allem der Nordosten und Südwesten Deutschlands sowie Teile von Nordrhein-Westfalen waren betroffen. In mehreren Bundesländern, etwa Berlin und Brandenburg, beginnt derzeit die Bekämpfung der Tiere.

Nach einer Auskunft der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hatten die Bundesländer im vergangenen Jahr mehrere Millionen Euro zur Bekämpfung der Raupen aufgebracht. Allein das Land Brandenburg zahlte 4,5 Millionen Euro, Berlin 400.000 Euro.

dpa

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