Nach Akkubränden

USA: Samsung startet in Umtauschaktion für Smartphone

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Nach eigenen Untersuchungen identifizierte das Unternehmen Probleme mit der Akkuzelle.

Seoul - Neben enormen Kosten droht Samsung nach Berichten über Akkubrände in seinem neuen Smartphone ein Imageschaden. Daher reagieren die Südkoreaner schnell.

Smartphone-Marktführer Samsung hat nach dem weltweiten Verkaufsstopp für sein neues Vorzeigemodell Galaxy Note 7 mit der kostspieligen Umtauschaktion in den USA begonnen.

Samsung Electronics America kündigte an, dass "von heute an" Kunden ihr Galaxy Note 7 gegen ein neues Smartphone umtauschen könnten. Nach mehreren Fällen von Akkubränden hatte das südkoreanische Technologieunternehmen kurz zuvor angekündigt, dass die Geräte aus dem Verkehr gezogen werden.

Von der bisher beispiellosen Rückrufaktion für ein Smartphone-Spitzenmodell bei Samsung sind nach eigenen Angaben weltweit - ohne China - 2,5 Millionen verkaufte Geräte betroffen. In Südkorea soll der Umtausch am 19. September starten. 

Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Experten, dass die Umtauschaktion bis zu 1,5 Billionen Won (etwa 1,2 Milliarden Euro) kosten könne. Das Unternehmen machte dazu bisher keine Angaben. Der Chef der Smartphone-Sparte, Koh Dong Jin, hatte lediglich von enormen Kosten gesprochen. "Unser vorläufiges Ziel ist es, dass alle Produkte bis zum März nächsten Jahres umgetauscht sind", zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap einen Firmenvertreter. 

Die Kunden in den USA können schon in der nächsten Woche ein neues Galaxy Note 7 haben oder ihr jetziges Gerät gegen die Premium-Modelle Galaxy S7 oder Galaxy S7 Edge umtauschen. Für den Preisunterschied will Samsung aufkommen. In den USA wird Note 7 ab 850 Dollar (etwa 760 Euro) angeboten. 

"Wir ermutigen die Kunden dazu, ihr Note 7 umzutauschen, indem sie von unserem Produkte-Umtauschprogramm profitieren", sagte der Präsident von Samsung Electronics America, Tim Baxter. Samsung reagiere mit einer "aktiven Vorgehensweise". 

Das Note 7 wurde erst vor zwei Wochen in den USA und etlichen anderen Ländern auf den Markt gebracht. Medienberichte über einzelne Fälle, in denen das Gerät später beim Laden explodiert oder in Flammen aufgegangen seien, hatten Samsung alarmiert. Nach eigenen Untersuchungen identifizierte das Unternehmen Probleme mit der Akkuzelle. 35 Schadensfälle seien bisher bestätigt worden. Weltweit würden die Käufer ihre Geräte umtauschen können, hieß es. 

Was genau die Probleme verursachte, war bisher nicht bekannt. Auch nannte Samsung nicht den Herstellernamen der betroffenen Akkus. Das Unternehmen wird unter anderen von der Schwesterfirma Samsung SDI beliefert. Der Vertrieb in China, wo Samsung einen anderen Lieferanten hat, soll fortgesetzt werden.

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