Forschung

Saturnringe wohl Reste eines Mondes

- In einer Forschungsarbeit des Southwest Research Institute in Boulder (Colorado) wird die These vertreten, dass ein vor 4,5 Milliarden Jahren verschwundener namenloser Saturnmond von Wasserstoffgas zum Absturz auf den Planeten gebracht wurde. Alles was von dem Mond übrig sei, seien die Ringe.

Die Ringe des Saturn sind möglicherweise Überreste eines abgestürzten gewaltigen Mondes. Dies vermuten US-Forscher vom Southwest Research Institute im Magazin „Nature“. Mit einem Durchmesser von bis zu einer Million Kilometern zählen die Saturnringe zu den faszinierendsten Phänomenen des Sonnensystems: Sie bestehen überwiegend aus zentimeterkleinen Brocken, die scheibenförmig um den Gasriesen kreisen. Auffällig ist der extreme Wasseranteil von fast 95 Prozent. Bislang glauben viele Forscher, dass die Ringe entstanden, als ein kleiner Saturnmond mit einem Kometen kollidierte. „Jenes Szenario hätte aber wahrscheinlich zu einer Mischung aus Fels und Eis geführt, und nicht zu dem eisreichen Material, wie wir es heute sehen“, sagt Autor Robert Canup.

Er vertritt eine andere Theorie: Während Jupiter von vier gewaltigen Monden umkreist wird, hat sein Nachbar Saturn mit dem riesigen Satelliten Titan nur einen vergleichbaren Begleiter. Canup vermutet, dass auch Saturn früher weitere große Monde hatte, die im Lauf der Zeit auf dem Planeten einschlugen.

Als der letzte dieser großen Satelliten sich dem Saturn näherte, erklärt Canup, lösten die zunehmenden Gezeitenkräfte die äußere Eisschichten ab, während der Felskern auf den Planeten prallte. Die Eisringe seien durch Kollisionen in die Breite gezogen worden. Das äußere Eis splitterte demnach zu den inneren Saturnmonden ab, die vermutlich ebenfalls viel Wasser enthalten. Klarheit bringen soll die laufende Cassini-Mission. Die Raumsonde soll die Masse der Ringe genau messen und den exakten Eisanteil bestimmen. Dies soll Aufschluss geben über das Alter und den Ursprung der Ringe.

dapd

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