Studie

Sauen bekommen systematisch Hormone

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Foto: Die Hormonbehandlung von Sauen birgt Gefahren für die Umwelt.

Berlin - Um die Abläufe in ihren Betrieben zu optimieren, setzen Landwirte in konventionellen Betrieben laut einer Studie Hormone ein. So sollen die Sauen möglichst synchron trächtig werden. Umweltschützer warnen vor den Folgen.

Sauen in konventioneller Haltung werden einer Studie zufolge systematisch mit Hormonen versorgt. So solle die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe verbessert werden, berichtete das NDR-Fernsehen am Montag mit Verweis auf eine Studie imAuftrag des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). „Mit den Hormonen werden die Sexualzyklen derSauen gleichgeschaltet“, sagte die BUND-Landwirtschaftsexpertin Reinhild Benning. Der BUND warnte vor Umweltbelastungen und fordert einVerbot der Hormone.

Die Präparate sollen demnach sicherstellen, dass die Sauen möglichst gleichzeitig trächtig werden und abferkeln. Außerdem sollen sie die Leistung der Sauen erhöhen. Mit Hormonen können die Tiere laut Benning etwa 16 statt der üblichen 12 bis 13 Ferkel bekommen, haben aber normalerweise nur 14 Zitzen zur Ernährung der Jungtiere. Daher bestehe die Gefahr, dass Ferkel nicht versorgt werden können.

Neben tierschutzrechtlichen Problemen weist die Studie auch auf Umweltgefahren hin: Durch die Ausscheidungen der Tiere könnten die Hormone auch in die Umwelt gelangen. Nach Recherchen des NDR schließt auch das Umweltbundesamt Gefahren für die Umwelt nicht aus. Demnach gelten hormonelle Substanzen in der Umwelt beispielsweise als eine Ursache für den Rückgang vonAmphibien.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bestätigte dem Sender, dass Hormonpräparate hauptsächlich zur „Brunstsynchronisation oder Geburtseinleitung“ eingesetzt werden. In der Sauenhaltung seien 26 hormonhaltige Präparate zugelassen. Sie müssten immer von einem Tierarzt verordnet werden. Der Grund müsse aber nicht unbedingt eine Erkrankung sein.

Dass Hormone in der Sauenhaltung genutzt werden, sei nicht neu, sagte Benning. „Es spricht nur niemand offen darüber. Oft wird nur von Fruchtbarkeitsmanagement gesprochen“, sagte sie. Die Studie „Zum Einsatz vonHormonen in der intensiven Schweinehaltung“ des Agrarwirts Bernhard Hörning von der Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberwalde (Brandenburg) basiert auf einer Auswertung von Fachliteratur. Der BUND will sie an diesemDienstag in Berlin vorstellen.

dpa

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