Klimagipfel in Durban

Schon wieder nur heiße Luft?

Durban - Die Vereinten Nationen nehmen einen neuen Anlauf für einen globalen Klimaschutzvertrag. Ein Durchbruch wird vom Klimagipfel in Durban jedoch nicht erwartet. EU und UN dringen auf Fortschritte. Denn die Zeit drängt.

In Anwesenheit des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma hat am Montag der 17. UN-Klimagipfel in Durban begonnen. Etwa 20 000 Delegierte, Experten, Politiker, Funktionäre und Journalisten aus rund 190 Staaten werden nach Angaben der südafrikanischen Regierung an der Konferenz teilnehmen. Im Mittelpunkt der zwölftägigen Veranstaltung steht das Bemühen um ein Folgeabkommen für den Kyoto-Vertrag, der Ende 2012 ausläuft.

Kurz vor Beginn der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban hat der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, die EU und Deutschland aufgefordert, sich zu einer Neuauflage des Kyoto-Protokolls zu bekennen. "Es liegt an ihnen, in Durban voranzugehen und sich auf eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls zu verpflichten", sagte Steiner im Interview der Nachrichtenagentur dapd. Wenn es nicht gelingen sollte, sich in Durban auf eine Übergangslösung zu verständigen, drohe ein Vakuum für die Zeit nach 2012, wenn die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls ausläuft. Für die Verhandlungen, die noch bis Ende nächster Woche andauern, forderte Steiner zudem Fortschritte in den Punkten Klimafonds, Waldschutz und Technologietransfer.

Experten und Politiker sind allerdings skeptisch, ob wenigstens ein Fahrplan aufgestellt werden könne, der in absehbarer Zeit zu einem international verbindlichen Abkommen über die Begrenzung der klimaschädlichen Emissionen führt. Vor allem die USA und China scheinen bisher kaum zu weitgehenden Zugeständnissen bereit. In beiden Staaten, die für etwa 40 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich sind, herrscht die Befürchtung, dass Klimaschutzmaßnahmen Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze gefährden könnten. Zu der Veranstaltung werden keine Regierungschefs aus den wichtigen Industriestaaten erwartet.

dpa/dapd

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