Laut Umweltorganisation

Schutzgebiete in der Ostsee häufig wirkungslos

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Foto: Ein Taschenkrebs (Cancer pagurus) der mit Seepocken (Balanus Crenatus) besetzt ist, krabbelt über den Meeresgrund der Ostsee in einem Schutzgebiet am Kattegat bei Dänemark.

Madrid - In vielen Schutzgebieten der Ostsee steht nach einem Bericht der Umweltorganisation Oceana der Schutz nur auf dem Papier.

Über 30 Prozent der geschützten Gebiete seien wirkungslos, weil es für sie keine Bestimmungen zur Verhinderung zerstörerischer Aktivitäten gebe, schreibt die internationale Meeresschutzorganisation in einer Studie, deren Ergebnisse am Donnerstag in Madrid veröffentlicht wurden.

„Vielen Meeresschutzgebieten fehlen Pläne zur Regelung der Nutzungen; es gibt hier schlicht keinerlei Regelungen“, kritisierte die Organisation. Die existierenden Managementpläne enthielten häufig nur beschreibende Darstellungen der Gebiete, in denen die vorkommenden Arten und Lebensräume sowie mögliche Gefährdungen aufgezählt würden. „Lediglich die Gebiete zu kartieren, Artenlisten zu erstellen und dann zu behaupten, die Gebiete seien geschützt, ist Augenwischerei“, meinte die Oceana-Meereswissenschaftlerin Christina Abel.

dpa

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