Kür des "Nature"-Magazin

Das sind die wichtigsten Forscher des Jahres

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Unter den Top 10: Rolf-Dieter Heuer, Physiker und Direktor des Genfer Kernforschungszentrums Cern.

London - Das renommierte Londoner Magazin „Nature“ würdigt die Protagonisten des Wissenschaftsjahres 2012 – wie Cern-Chef Rolf-Dieter Heuer. Doch auch Außenseiter wie der wegen Totschlags verurteilte Erdbebenforscher de Bernardinis kommen vor.

Das britische Fachjournal „Nature“ zählt zu den Top 10 der weltweiten Forscher 2012 auch den deutschen Physiker und Direktor des Genfer Kernforschungszentrums Cern, Rolf-Dieter Heuer. Am Cern wurde mit Hilfe des riesigen Ringbeschleunigers LHC ein Teilchen entdeckt, das wahrscheinlich das lange gesuchte Higgs-Boson ist. Das britische Magazin lobte Heuer für seine trotz großen öffentlichen Drucks vorsichtige und behutsame Art, mit der Entdeckung umzugehen.

Auch Wissenschaftler wie die New Yorkerin Cynthia Rosenzweig, die Naturereignisse wie den Supersturm „Sandy“ schon vor Jahren vorhergesagt hatte, wurden gewürdigt. Rosenzweig hatte zusammen mit Kollegen bereits 1997 vorausgesehen, dass klimabedingt künftig „einzelne Ereignisse“ große Probleme hervorrufen können. Daneben erhielt auch Adam Steltzner eine Nennung, der US-Ingenieur, der im August maßgeblich die Landung des Marsrovers „Curiosity“ auf dem Roten Planeten steuerte - ein gewagtes Projekt mit Kosten in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro).

„Nature“ zollte auch dem italienischen Erdbeben-Experten Bernardo de Bernardinis Respekt - obwohl dieser nach einer angeblichen Falsch-Voraussage wegen Totschlags in 29 Fällen verurteilt wurde. De Bernardinis, damals stellvertretender Abteilungsleiter beim italienischen Ministerium für Zivilschutz, hatte vor dem verheerenden Erdbeben 2009 in einem Fernsehinterview die Chancen für ein schweres Erdbeben eingeschätzt. Dabei hatte er erklärt, die zuvor feststellbaren kleineren Erdstößen nähmen Energie weg und minderten die Gefahr eines großen Bebens.

Die Anklage warf ihm vor, er habe die örtliche Bevölkerung fälschlicherweise in Sicherheit gewogen. De Bernardinis geht jetzt mit rein wissenschaftlicher Argumentation in die Berufung. „Nature“ würdigte ihn, weil der gelernte Ingenieur im Kampf um sein Recht nie die Nöte der Betroffenen und Hinterbliebenen von Opfern vernachlässigt habe. „Wenn ich am Ende der Berufung für schuldig befunden werde, dann gehe ich ins Gefängnis“, sagte de Bernardinis. „Kein Problem.“

Neben den zehn wichtigsten Forschern des abgelaufenen Jahres hat „Nature“ auch eine Liste mit fünf Wissenschaftlern veröffentlicht, denen das Magazin für 2013 den Durchbruch zutraut. Darauf erscheint etwa der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker. Er ist stellvertretender Vorsitzender einer Arbeitsgruppe des Weltklimarates (IPCC), die im neuen Jahr einen Bericht zu den wissenschaftlichen Aspekten des Klimawandels herausbringen will.

Glück wünschen die Autoren der neuen Wissenschaftsbeauftragen der EU, Anne Glover. Sie muss sich künftig mit der Frage beschäftigen, ob genmanipulierte Organismen erlaubt werden sollen oder ob die Wissenschaft für politische Zwecke gebraucht - oder auch missbraucht - wurde. „Lasst den Kampf beginnen“, heißt es dazu in dem Magazin.

dpa

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