Klage gegen Japan

UN soll Jagd auf Wale stoppen

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Foto: Der Walfang in Japan wird zum Streitthema vor dem UN-Gericht.

Amsterdam - Australien hat den Internationalen Gerichtshof aufgerufen, der Jagd auf Wale durch Japan ein Ende zu bereiten. Japan töte jährlich im Südpolarmeer Hunderte der geschützten Meeressäuger und verletze damit wiederholt internationales Recht, betonten die Juristen Australiens am Mittwoch in Den Haag.

Das Land hatte Japan 2010 vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen verklagt. Neuseeland unterstützt die Klage. Nach Ansicht der Kläger verletzt Japan ein internationales Moratorium, das seit 1986 die kommerzielle Jagd auf Großwale verbietet. Das Land beruft sich aber auf eine Ausnahmeregelung, nach der die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt ist. Das sei Augenwischerei, meinte der Rechtsvertreter Australiens, William Campbell. „Japan verfolgt unter dem Vorwand der wissenschaftlichen Forschung rein kommerzielle Interessen.“ Das Fleisch der Wale gilt einigen Japanern als Delikatesse.

Die Jagd habe „katastrophale Folgen“ für den Walbestand im Südpolarmeer, sagte der Jurist Justin Gleeson. Japanische Walfänger töteten jährlich rund eintausend Tiere.

Die Umweltschutzorganisation Sea Shepherd, die seit Jahren gegen Waljäger in den eisigen Gewässern der Antarktis vorgeht, begrüßte die Eröffnung des Verfahrens. „Wir hoffen, dass das Gericht endlich dem Abschlachten ein Ende bereitet“, sagte ein Sprecher in Den Haag. Der internationale Tierschutzbund betonte, dass das Töten der Forschung nicht diene. „Kommerzieller Walfang ist grausam und veraltet und bringt keinen wissenschaftlichen Nutzen.“

Japan will in der kommenden Woche vor den 16 Richtern darlegen, dass die Regierung sich an internationales Recht halte. Australien und Umweltschützer hoffen, dass das UN-Gericht noch in diesem Jahr vor Beginn der neuen Jagdsaison eine Entscheidung trifft.

dpa

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