Studie

Spendenbereitschaft der Deutschen wieder gestiegen

- Nach dem Wirtschaftskrisenjahr 2009 sind die Deutschen wieder spendabler geworden. 2010 gaben sie deutlich mehr Geld für den guten Zweck aus als im Vorjahr. Das zeigen Analysen des Deutschen Spendenrats und des Deutschen Zentralinstitus für soziale Fragen.

Die Spendenbereitschaft der Deutschen hat im vergangenen Jahr wieder deutlich zugenommen. Die Spendensumme stieg gegenüber 2009 um fast neun Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Das teilte der Deutsche Spendenrat am Freitag in Berlin mit. 2009 hatte es noch einen deutlichen Einbruch gegenüber dem Vorjahr gegeben. Grund war die Wirtschaftskrise. Auch eine Analyse des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) zeigt einen starken Aufwärtstrend. Die Einnahmen der 30 größten Organisationen mit einem DZI-Spendensiegel legten um rund 33 Prozent zu, sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin.

Gut jeder fünfte Deutsche im Alter von über zehn Jahren spendete im vergangenen Jahr mindestens einmal durchschnittlich 28 Euro, ergab die vom Spendenrat in Auftrag gegebene Studie „Bilanz des Helfens“, für die deutsche Verbraucher befragt wurden. Vor allem in der ersten Jahreshälfte wurde viel Geld gegeben. Das Erdbeben in Haiti sorgte damals für einen deutlichen Spendenschub.

Laut DZI erhielten die 30 größten Organisationen mit DZI-Spendensiegel 1,3 Milliarden Euro. 2009 war es nur eine Milliarde Euro. Selbst wenn man die Spenden für große Katastrophen wie in Haiti oder Pakistan abziehe, bleibe noch ein Plus von sieben Prozent. Das gleiche das Minus aus dem Krisenjahr 2009 mehr als aus, sagte ein DZI-Sprecher.

Deutlich zugenommen hat laut Spendenrat die Zahl der sogenannten Neuspender: Fast jede dritte Zuwendung kam von Menschen, die in den vergangenen zwölf Monaten nicht gespendet hatten. Katastrophen waren für etwa jeden zweiten Neuspender Anlass, Geld für einen guten Zweck zu geben.

Persönlich adressierte Spendenaufrufe per Post erwiesen sich als effektivstes Mittel: 28 Prozent der Spenden wurden auf diese Art eingeworben. 21 Prozent kamen von regelmäßigen Spendern und neun Prozent aus Kollekten in Kirchen. Deutlich effektiver als noch 2009 waren im Jahr 2010 Fernsehbeiträge und -werbung sowie Spendengalas. Der Spendenanteil, der dadurch zusammenkam, stieg von zwei auf sieben Prozent. Vor allem Neuspender und Menschen unter 60 Jahren fühlten sich durch das Fernsehen angesprochen, hieß es.

Der Spendenrat ist ein Dachverband von 70 Spenden sammelnden, gemeinnützigen Organisationen, die sich in der sozialen und humanitären Hilfe, für Umwelt- und Tierschutz sowie Kunst und Kultur engagieren. 2009 war das Spendenvolumen im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro gesunken.

Das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) soll die Seriosität einer Hilfsorganisation belegen. Es soll den Bürgern bei der Entscheidung helfen, wem sie ihr Geld geben. Seit 1906 dokumentiert das DZI Spenden sammelnde Organisationen und bewertet deren Tätigkeit.

dpa

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