Tödliche Falle für Fische

130 Tonnen Plastikmüll aus Ostsee geholt

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Foto: Mitglieder des Naturschutzbund Deutschland (NABU) sortieren Müll aus der Ostsee.

Stralsund - Naturschützerund Fischer haben seit Mai vor der polnischen Küste alte Kunststoffnetze mit einem Gesamtgewicht von 130 Tonnen aus dem Meer geholt.

Die Netze, die sich oft an Wracks verhaken und dann zur tödlichen Falle für Fische und andere Meeresbewohner werden, machen nach Angaben der UmweltorganisationWWF etwa zehn Prozent des gesamten Plastikmülls in der Ostsee aus.

Eine frühzeitigeBergung der alten Netze sei wichtig, da diese sonst in winzige Partikel zerfielen, die dann in die Nahrungskette gelangten,sagte WWF-Meeresschützer Jochen Lamp bei einem Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Stralsund in dieser Woche. Das Projekt vor der polnischen Küste wird vom Europäischen Fischereifonds gefördert und läuft noch bis September.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) versucht, die Fischer mit dem Aufstellen von Sammelbehältern in Häfen für den Meeresschutz zu gewinnen. Die Fischer können in ihren Heimathäfen kostenlos alte Netze und Plastikmüll, der in ihren Netzen gelandet ist, abgeben, ohne dass sie die Kosten für die Entsorgung tragen müssen.

Von Anne-Béatrice Clasmann

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