Himmelsphänomen

Totale Mondfinsternis in ganz Deutschland

Hamburg - Am Mittwoch spielt sich in Deutschland die längste totale Mondfinsternis seit mehr als zehn Jahren ab. Das Himmelsschauspiel dauert von Mondaufgang bis Mitternacht – so lange wird ein solches Spekatkel bis 2015 nicht mehr dauern.

Ein „kosmisches Schattenspiel der Extraklasse“ versprechen Astronomen für Mittwochabend: Von 21.22 Uhr an wird der Vollmond 100 Minuten lang exakt durch die Mitte des Kernschattens der Erde wandern und bei guter Sicht in ganz Deutschland das Schauspiel einer totalen Mondfinsternis bieten. Die Mitte der Finsternis soll um 22.13 Uhr eintreten, erst ab 23.03 Uhr werde der Mond den Kernschatten wieder verlassen, sagte Planetariumsdirektor Thomas Kraupe am Dienstag in Hamburg. Der Mond werde trotz der totalen Finsternis „stark gerötet sichtbar“ bleiben. Verantwortlich dafür ist nach seinen Angaben die Erdatmosphäre, in der das Sonnenlicht „gebrochen“ und in den Erdschatten hineingelenkt wird. Zusätzlich wirke die Luft wie ein Farbfilter – darum auch gebe es bei der Sonne die roten Auf- und Untergänge. Der Mond umkreist die Erde in etwa einem Monat einmal, links herum Richtung Osten.

Weil sich die Erde ebenfalls dreht, dabei jedoch schneller ist, wird der Mond „überholt“. Darum scheint es so, als würde sich der Mond Richtung Westen über den Himmel bewegen. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt sich bei Mondfinsternissen: Der Mond wandert mit seiner linken Seite zuerst in den Erdschatten hinein und demzufolge auch mit der linken Seite zuerst wieder hinaus.

Himmelsgucker hoffen nun auf gutes Wetter. „Einen ganz klaren Himmel ohne Wolken kann ich nicht versprechen“, sagt Olaf Pels Leusden vom Deutschen Wetterdienst zu den Aussichten in Hannover, „aber zwischendurch werden sich bestimmt mal ein paar Lücken auftun“.

Verlauf der Finsternis

20.23 Uhr: Eintritt des Mondes in den Kernschatten (in Deutschland nicht sichtbar)

21.22 Uhr: Beginn der Totalität

22.13 Uhr: Mitte der Finsternis

23.03 Uhr: Ende der Totalität

00.03 Uhr: Austritt des Mondes aus dem Kernschatten

dpa

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