Rekordhoch

Viele Ausländische Forscher in Deutschland

Ausländische Hirnforscher in Heidelberg - sie stellen keine Seltenheit in Deutschland dar.

Berlin - In ihrem neuen Forschungsbericht vermeldet die Bundesregierung Rekordzahlen:Noch nie gab es so viele Hochschulabsolventen, noch nie so viele ausländische Forscher in Deutschland.

An deutschen Hochschulen arbeiten inzwischen so viele ausländische Wissenschaftler wie nie zuvor. Das geht aus dem zweijährlich erscheinenden Bundesbericht Forschung und Innovation hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin verabschiedete. Demnach waren im Jahr 2012 rund 35 000 Wissenschaftler aus dem Ausland an Hochschulen in der Bundesrepublik tätig - 60 Prozent mehr als 2006.

Deutschland sei attraktiv für ausländische Wissenschaftler, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bei der Vorstellung des Berichts. Allein bei der Max-Planck-Gesellschaft seien 2012 etwa 49 Prozent der Doktoranden und 31 Prozent der Direktoren ausländischer Herkunft gewesen.

Auch die Zahl der Hochschulabsolventen ist dem Bericht zufolge auf ein Rekordhoch von 310 000 im Jahr 2012 gestiegen - 2005 waren es erst 198 000. An Fachschulen lernten im Schuljahr 2012/2013 rund 185 000 Schüler.

In dem Bericht wird auch auf zunehmende Investitionen in Forschung und Entwicklung durch Bund und Wirtschaft hingewiesen. So gab der Bund 2013 knapp 14,5 Milliarden Euro für diesen Bereich aus. 2005 waren es 9 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft hat 2012 fast 54 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert, so viel wie nie zuvor. Mit Bosch, Siemens, BMW, Daimler und VW kämen fünf der zehn forschungsstärksten Unternehmen in Europa aus Deutschland, sagte Wanka. Bei den transnationalen Patentanmeldungen liegt Deutschland dem Bericht zufolge nach den USA und Japan an dritter Stelle.

Auf die finanziellen Sorgen der Hochschulen angesprochen, sagte Wanka, die Verteilung der für diese Legislaturperiode zugesagten zusätzlichen neun Milliarden Euro werde noch diskutiert, „womit wir auf einem guten Weg sind“.

Kritik kam von den Grünen. „Während ein riesiges Rentenpaket geschnürt wurde, stecken Zukunftsinvestitionen in der Warteschleife“, sagte der Grünen-Obmann im Bildungsausschuss des Bundestags, Kai Gehring. So sei seit Monaten ungeklärt, wohin das zugesagte Geld fließen solle.

In Baden-Württemberg protestieren Studenten, Dozenten und wissenschaftliche Mitarbeiter seit Wochen gegen die ihrer Ansicht nach mangelnde Finanzausstattung der Hochschulen. Unter dem Motto „Unis in Not“ forderten am Mittwoch Zehntausende mehr Mittel von Land und Bund. Die Rektoren der neun Universitäten drohten mit drastischen Einschnitten, sollte sich die Situation nicht ändern.

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