Verschobener Rhythmus

Warmes Wetter bringt auch Bienen aus dem Takt

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Die ungewöhnlich milden Temperaturen könnten Bienen in ihrem Rhythmus stören.

Soltau - Der Winter lässt auf sich warten - und die Bienen fangen schon einmal zu brüten an. Imker fürchten, dass das ungewöhnlich warme Wetter den Rhythmus der Tiere durcheinanderbringt.

Die fast frühlingshaften Temperaturen zu Beginn des Jahres könnten auch die Bienen aus ihrem Rhythmus bringen. "Es ist zu befürchten, dass sie schon jetzt mit der Brut beginnen", sagt der Leiter des Instituts für Bienenkunde des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Werner von der Ohe. Bienenvölker hätten zwar ein gutes Kompensationsvermögen. Doch weil noch mit einem späten Winter zu rechnen sei, sollten Imker die Futtervorräte überwachen. Rund um das Thema Bienen geht es an diesem Wochenende beim norddeutschen Großimkertag in Soltau.

"Wenn der Biene Nahrung fehlt, verklammen sie in wenigen Stunden", berichtet auch Imker Andreas Müller von der Arbeitsgemeinschaft Nord im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB), der den Imkertag veranstaltet. Rund 800 Imker wurden dazu erwartet.

Gegen Kälte schützten sich Bienen im Kasten mit Muskelbewegungen bei eingeklappten Flügeln, erklärt Müller. Dazu brauche die Biene Energie, die ihr ohne Futter fehle. "Dann stirbt sie binnen weniger Stunden." Sollte der Imker bei der Überprüfung feststellen, dass die Futtervorräte der Bienen zur Neige gehen, könne man mit einer Zuckerlösung oder einem Futterteig aus Honig mit Puderzucker den Motor wieder antreiben.

Etwa 30 Vollerwerbsimker gibt es in Niedersachsen. DBIB-Landesgeschäftsführer Klaus Ahrens zählt dazu Imker, die mehr als 300 und bis zu 1500 Bienenvölker unterhalten, sich und ihre Familie davon ernähren, Angestellte beschäftigen und Nachwuchs ausbilden. Erst vergangene Woche haben 39 Auszubildende aus dem gesamten Bundesgebiet im Celler Bieneninstitut den Unterricht aufgenommen.

Bieneninstituts-Leiter von der Ohe spricht von stetig steigenden Schülerzahlen. Daher macht der Nachwuchs den Imkern kaum Sorgen. Auch konstant steige neben den ausgebildeten Imkern in Norddeutschland die Zahl der Jungimker, die im Nebenerwerb oder in ihrer Freizeit die Imkerei betreiben, bestätigt Müller. Sie machen mit weit über 90 Prozent den Großteil der Imker aus. "Daher haben wir in diesem Jahr für den Großimkertag neben den zahlreichen Fachthemen zur Pflege und Betreuung der Bienen einen Schwerpunkt bei der Vermarktung und Vertrieb im Workshop-Programm gesetzt."

dpa

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