Wissenschaftler: Internetcafés werden nicht verschwinden

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Das Logo eines Internetcafes in Berlin. Foto: Simon Ribnitzky

Berlin (dpa) - Internetcafés werden nach Ansicht des Soziologen Stephan Humer zumindest auf mittlere Sicht in ihrer Nische überleben können. Auch die Konkurrenz durch Smartphones und drahtlosen Empfang (WLAN) werde die Cafés vorerst nicht überflüssig machen.

"Es gibt immer noch Gruppen, die das brauchen", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Universität der Künste der Deutschen Presse-Agentur.

Dazu gehörten etwa Leute, die keinen Handyvertrag bekommen, weil sie keinen gemeldeten Wohnsitz haben oder nicht kreditwürdig sind. Auch wer sich in Deutschland nicht so gut auskenne, wisse, dass Internetcafés überall gleich funktionieren: einfach an einen fest installierten Rechner setzen und gegen geringe Bezahlung lossurfen.

Humer glaubt zudem, dass für viele Nutzer auch das anonyme Surfen in einem Internetcafé interessant ist. "Dann bekommt daheim keiner mit, mit was ich mich im Internet beschäftige." Das Massenphänomen Internetcafé, als es die Läden etwa zur Jahrtausendwende praktisch an jeder Ecke gab, habe sich jedoch erledigt. Dem Digitalverband Bitkom zufolge ist die Zahl der Internetcafés in Deutschland in den vergangenen Jahren rapide gesunken. Genaue Zahlen gibt es aber nicht.

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