EU-Projekt „Pegasos“

Zeppelin fliegt für die Klimaforschung

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Foto: Ein Luftschiff hebt ab für die Klimaforschung.

Friedrichshafen - Ein Luftschiff hebt ab für die Klimaforschung: Am Freitag fiel der offizielle Startschuss für die Flüge des „Zeppelin NT“, der beim EU-Projekt „Pegasos“ unter anderem Schadstoffe in der Atmosphäre messen soll.

Die Analysen leisteten einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz, sagte Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) bei ihrem Besuch in der Zeppelin-Werft in Friedrichshafen am Bodensee. „Die Erforschung und der Schutz des Klimas sind eine Aufgabe, die nur in internationaler Zusammenarbeit zu bewältigen ist.“

Am Projekt „Pegasos“ beteiligen sich 26 Partner aus 14 europäischen Staaten und Israel. Insgesamt 20 Wochen lang fliege das Luftschiff über Europa, teilten die Zeppelin Luftschifftechnik und das Forschungszentrum Jülich mit. Dabei solle die Luftzusammensetzung über den Niederlanden, Italien und Finnland gemessen werden. Der Zeppelin ist dafür gut geeignet, weil er die Luft nicht in dem Maße verwirbelt wie ein Hubschrauber oder ein Flugzeug. „Sanft, ruhig, fast meditativ“, beschrieb Schavan ihren Flug in dem Luftschiff.

„Zeppelin NT“ werde zum dritten Mal für ein Forschungsprojekt genutzt, teilte das Forschungszentrum Jülich mit. Bei den Flügen 2007 und 2008 seien die jetzt verwendeten, insgesamt mehr als eine Tonne schweren Messgeräte an Bord erprobt und entwickelt worden. Gemessen werden solle in bis zu zwei Kilometern Höhe unter anderem der Gehalt an Schwebeteilchen (Aerosolen) und sogenannten Hydroxylradikalen, die als „Waschmittel“ der Atmosphäre dienten. „In dieser bisher wenig untersuchten, aber chemisch sehr reaktiven Region entscheidet sich das Schicksal der meisten Schadstoffe, die an der Erdoberfläche ausgestoßen werden.“

Derzeit laufe der Umbau des Luftschiffs zum Forschungszeppelin, erklärte das Forschungszentrum weiter. Ab Mitte Mai starte es dann zunächst in die Niederlande, später nach Italien. Für April 2013 sei der Start Richtung Nordeuropa vorgesehen.

dpa

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