Gerichtsurteil

Bierzeltbesuch war für Lehrerin Dienst

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Hochmut kommt vor dem Fall - das gilt auch für Bierzeltbesucher wie hier auf der Wiesn.

Stuttgart - Stürzt eine Lehrerin während einer Klassenfahrt von einer Bank im Bierzelt und verletzt sich, ist dies nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart ein Dienstunfall.

Deshalb sei der am Rücken verletzten Frau Unfallfürsorge zu gewähren (Az.: 1 K 173/13), teilte das Gericht am Mittwoch mit. Die Lehrerin hatte im Mai 2012 an einer Klassenfahrt nach München teilgenommen. Ein Programmpunkt war das Frühlingsfest. Dort kippte eine Bierzelt-Bank mitsamt Lehrerin und zwei Schülerinnen um. Folge: Die Pädagogin war etwa einen Monat dienstunfähig.

Das Regierungspräsidium Stuttgart als Schulbehörde hatte dies nicht als Dienstunfall anerkannt, denn der Besuch eines Bierzelts zum Tagesausklang sei dem privaten Lebensbereich zuzuordnen. Das Gericht dagegen gab der Lehrerin Recht. Da ein Bierzeltbesuch von größtenteils minderjährigen Schülern ungleich größere Gefahren berge als ein bloßer Spaziergang über das Festgelände, sei es auch geboten gewesen, dass die Lehrerin die Gruppe im Bierzelt beaufsichtigte. Auch das Besteigen der Festzeltbank habe noch in einem engen natürlichen Zusammenhang mit den Dienstaufgaben der Klägerin gestanden.

dpa

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