Tourismus

Safariparadies oder Angstziel? - Kenias Terror legt Tourismus lahm

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Nairobi im Zeichen des Terrors: Nach Anschlägen im Stadtteil Eastleigh hat die Polizei die Sicherheit auch in vielen Landesteilen Kenias verstärkt.

Nairobi - Seit Monaten gibt es in Kenia immer wieder Terrorakte. Erst am Sonntag (15. Juni) starben Dutzende bei einer Schießerei. Hinter dem Angriff vermuten die Behörden somalische Islamisten.

Obwohl Urlauber bisher nicht betroffen waren, geht die Angst um.

Seit Jahrzehnten gilt Kenia als eines der schönsten Urlaubsziele der Welt: Im Süden locken schneeweiße Strände am glasklaren Indischen Ozean, und die Nationalparks wie Tsavo, Amboseli oder Massai Mara bieten alles, wovon Safarifans träumen. Aber seit somalische Islamisten in der Hauptstadt Nairobi und an der Küste rund um Mombasa immer wieder Terroranschläge verüben, liegt der für die Wirtschaft des Landes so wichtige Tourismussektor am Boden.

"Der Branche ist es vor allem in der Küstenregion noch nie so schlecht gegangen wie derzeit", sagt Lucy Karume, die Vorsitzende der

Kenya Tourism Federation (KTF). Mittlerweile kämen 70 bis 80 Prozent weniger Urlauber als früher üblich. "Die Stornierungen haben jede Hotelgruppe durchschnittlich 80 bis 100 Millionen kenianische Schilling (660 000 bis 820 000 Euro) gekostet."

Grund für die Absagen waren immer neue Granatenattacken unter anderem auf Bars, Märkte, Polizeistationen und Busse, vor allem im Stadtteil Eastleigh in Nairobi. Solche Horrornachrichten schrecken Touristen natürlich ab. Schließlich gibt es auf der Welt für die schönsten Wochen des Jahres zahlreiche andere Orte, in denen es friedlicher zugeht.

Bereits vor mehreren Wochen haben zahlreiche westliche Staaten ihre

Reisehinweise für Kenia verschärft, darunter auch Deutschland. Großbritannien rät seinen Bürgern, einen Teil des Großraums Mombasa und einige Strände sowohl im Süden als auch im Norden zu meiden. Die Warnungen zeigten Wirkung: Viele Urlauber stornierten ihre Reisen nach Ostafrika.

"Das Schlimme sind aber nicht einmal die Stornierungen, sondern die Tatsache, dass es kaum neue Buchungen gibt", erklärt Macharia. Viele Mitarbeiter der Branche wurden zuletzt in Zwangsurlaub geschickt - ob und wann sie zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren können, ist unklar.

Die Managerin einer luxuriösen Lodge im Safariparadies Massai Mara schaut sich bereits nach Alternativen um. "Ich denke, ich werde nach Tansania gehen", sagt sie. "Obwohl ich es in Kenia schöner finde, fahren nun immer mehr Touristen in die Serengeti in unserem Nachbarland, denn da ist es sicherer." Gerade in den kenianischen Nationalparks sind die Anbieter verzweifelt, denn obwohl es dort noch zu keinen Anschlägen gekommen ist, bleiben die Besucher aus. An der Küste bieten manche Resorts ihren Gästen bereits Gratis-Nächte an, um sie anzulocken.

Derweil hat die Polizei die Sicherheit in vielen Landesteilen verstärkt. Unter anderem patrouillierten Sicherheitsbeamte in Zivil an den Stränden, erklärt Polizeichef Robert Kitur. Außerdem gebe es bewaffnete Eskorten für Touristen, die in Mombasa landen, und scharfe Sicherheitskontrollen an den Eingängen der Hotels.

Die Touristen, die sich trotz aller Hiobsbotschaften nach Kenia getraut haben, sind zumeist begeistert. "Wir haben unseren Trip sehr genossen", sagt die Amerikanerin Patricia Stevens-Kopf, die mit ihrem Mann Barry mehrere Wochen auf Safari war. "Kenia hat unsere Erwartungen übertroffen, das Land ist atemberaubend schön."

dpa

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