Tourismus

Tunesische Tourismusministerin: Der Strand ist nicht genug

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Sand, so weit das Auge reicht: Die Sahara ist eine der Regionen des Landes, in die das Tourismusministerium mehr Urlauber locken will.

Berlin - Glamping und Yoga in der Wüste oder Reisen mit Fokus auf die historischen Stätten des Landes: Die tunesische Tourismusministerin will deutschen Touristen zeigen, dass ihr Land mehr als Sonne und Strand zu bieten hat.

Derzeit machen 80 Prozent aller Tunesien-Urlauber Strandurlaub - zu viel, findet die Tourismusministerin Amel Karboul. "Tunesien hat viel mehr zu bieten", sagte sie bei einem Besuch in Berlin. Kulturtourismus oder Saharatourismus nennt sie als Beispiele.

Letzteres ist natürlich noch eine Nische. Doch es gibt große Pläne: "Wir bauen und erweitern Camps in der Wüste, bieten Yogawochen oder Meditation", so Karboul. Daneben gibt es Angebote wie Glamping in der Wüste und große Events wie zum Beispiel vor ein paar Monaten ein großes Musikfestival mitten in den Dünen.

In Sachen Kulturtourismus will die Ministerin die historischen Stätten besser vermarkten. "Kaum jemand im Ausland weiß, was wir in dieser Hinsicht alles zu bieten haben. Wir müssen unsere wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu einer Marke machen - wie zum Beispiel das Kolosseum in Rom."

Das heißt jedoch nicht, dass Tunesien komplett auf Strandurlauber verzichten will. "Für mich ist das kein "oder", sondern ein "und"", so Karboul. Als Nebeneffekt der zusätzlichen Angebote sieht Karboul zusätzliche Einnahmen. Was aber nicht bedeuten soll, dass Tunesienurlaub künftig automatisch teurer wird. "Wir wollen auch weiterhin ein günstiges Ziel für Strandurlaub bleiben."

Gleichzeitig will die Ministerin die Qualität und den Service bei touristischen Angeboten verbessern. Dazu gehören Dinge wie Raucherboxen an den Flughäfen, eine schnellere Gepäckausgabe durch mehr Personal, weniger Chaos bei den Taxis vor den Flughäfen oder einer besseren Schulung des Hotelpersonals. Und natürlich sollen die Hoteliers investieren.

Die Vorzeichen für den Tunesien-Tourismus sind derzeit wieder ganz gut. Im vergangenen Jahr kamen 424 455 Deutsche in das nordafrikanische Land - ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten Monaten 2014 steht ein Plus von 4,2 Prozent. "Unser Ziel für 2014 war es, die Zahl von 2010, also vor dem Arabischen Frühling, wieder zu erreichen. Das werden wir nicht ganz schaffen", so Karboul.

Ein Problem sind derzeit laut Karboul noch die Flugverbindungen. "Es gibt viele Urlauber, die gerne nach Tunesien kommen würden - zum Beispiel auch in die Hauptstadt Tunis - aber nicht hinkommen, weil es keine Flüge gibt." Das Ministerium befinde sich derzeit in Gesprächen mit verschiedenen Airlines.

dpa

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