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Adidas verzichtet nach Protesten auf Giftstoffe

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Proteste von Umweltschützern zeigen Wirkung: Adidas verzichtet auf schädliche Chemikalien bei der Produktion von Sportartikeln.

Herzogenaurach - In Sportkleidung namhafter Hersteller hatte Greenpeace potenziell schädliche Chemikalien entdeckt. Adidas geht in die Offensive und kündigt einen Verzicht auf die Schadstoffe an.

Nike und Puma müssten nun nachziehen, fordern die Umweltschützer.

Nach Protesten der Umweltorganisation Greenpeace verzichtet der Sportartikelhersteller Adidas auf Giftstoffe. Das Unternehmen teilte am Mittwoch (11. Juni) in Herzogenaurach mit, es werde von nun an bei 90 Prozent seiner Produkte keine perfluorierten Chemikalien (PFC) mehr einsetzen. Von Ende 2017 an sollen dann 99 Prozent der Produkte frei von den Schadstoffen sein. "Der Druck hat gewirkt - rechtzeitig zur WM macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche", sagte der Chemie-Experte von Greenpeace, Manfred Santen.

Nach Angaben der Umweltschützer waren zuletzt in einer

Analyse von 33 WM-Produkten verschiedener Sportartikelhersteller Schadstoffe wie PFC oder Nonylphenolethoxylate (NPE) entdeckt worden. Dies belaste vor allem die Gewässer in den Produktionsländern.

PFCmachten Kleidung und Schuhe schmutz- und wasserabweisend, könnten aber das Immunsystem oder die Fruchtbarkeit schädigen.

Adidas bezeichnete die Proteste noch vor kurzem als "unbegründete Panikmache". Von keinem der getesteten Adidas-Produkte gehe eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher aus. Auch ein Experte des Umweltbundesamtes hatte erklärt, dass die gemessene Konzentration für Verbraucher nicht schädlich sei. Besorgniserregend sei jedoch die PFC-Freisetzung in die Umwelt, weil der Mensch diese Stoffe irgendwann wieder aufnehme. Für die meisten PFC gebe es keine festgeschriebenen Grenzwerte.

Adidas kündigte außerdem mehr Transparenz über die Produktionsbedingungen an. Bis Ende 2014 sollen die Abwasserdaten von 99 Prozent der Lieferanten in China veröffentlicht werden, bis Mitte 2016 dann mindestens 80 Prozent der Abwasserdaten weltweit. Nur so könnten die betroffenen Menschen erfahren, aus welchen Fabriken welche Schadstoffe in die Gewässer gelangen, hieß es von Greenpeace. "Globale Firmen wie Adidas haben die Macht und die Verantwortung, gefährliche Gifte aus der Produktion zu kicken. Jetzt ist es Zeit für Nike und Puma, nachzuziehen", forderte Santen.

dpa

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