Wohnen

Gasklauseln: Wohnungseigentümer erringen Erfolg vor BGH

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Auch für Wohnungseigentümer gilt: Die Gaspreise dürfen nicht an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt sein.

Karlsruhe - Formale Zusammenschlüsse von Wohnungseigentümern können bei Verträgen unter Umständen dieselbenSchutzrechte für sich geltend machen wie Verbraucher.Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch (25. März) grundsätzlich entschieden.

DenRichtern lagen mehrere Klagen sogenannter Wohnungseigentümergemeinschaften gegen Klauseln in ihren Gaslieferungs-Verträgen vor. (Az.: VIII ZR 243/13 u.a.)

Die umstrittenenBestimmungen benachteiligten die Eigentümer unangemessen und seien daher unwirksam, hieß es.

Die Grundsatzentscheidung zu denWohnungseigentümern hat Bedeutung über denFall hinaus. DennVerbraucher sind auch in anderenBereichen mehr geschützt als Unternehmer, etwa bei Verbraucherkrediten oder bei Energielieferungsverträgen. Eine Person verliere ihre Schutzwürdigkeit als Verbraucher nicht dadurch, dass sie Mitglied einer Gemeinschaft von Wohnungseigentümern sei, hieß es.

Konkret lagen dem Gericht drei Klagen von Wohnungseigentümergemeinschaften vor. Diese wehrten sich gegen Preisanpassungsklauseln, die sie mit Eon und der früheren Eon Hanse Vertrieb abgeschlossen hatten. Die Eigentümer wollten die höheren Preise nicht akzeptieren.In einemFall waren so fast 185 000 Euro Differenz zusammen gekommen.

In den Verträgen waren die Gaspreise an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Bereits 2010 hatte der BGH eine derartige Preisbindung für unwirksam erklärt.Das betraf aber nur Verbraucher wie etwa Mieter einer Privatwohnung. 2014 hieß es bei ähnlichen Klauseln dann, gegenüber Unternehmern seien sie wirksam. Der BGHmusste daher klären, ob die formalenEigentümer-Zusammenschlüsse als Verbraucher anzusehen sind.

Die Richter entschieden: Wohnungseigentümergemeinschaften seien immer dann Verbrauchern gleichzustellen, wenn ihr mindestens einVerbraucher angehöre und der abgeschlossene Vertrag nicht gewerblichen oder unternehmerischenZwecken diene. Das gelte auch dann, wenn eine gewerbliche Hausverwaltung für sie handle.

Über 9,3 Millionen Wohnungen befanden sich 2011 nach Angaben des StatistischenBundesamtes in einer Eigentümergemeinschaft.

dpa

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