Ihr Feind ist die Mittagssonne - Duftwicken geschützt pflanzen

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Die Duftwicke blüht in Pastelltönen sowie kräftigem Pink, Rot oder Violett. Foto: Marion Nickig

Mechtersen (dpa/tmn) - Viele von ihnen in der Nähe der Terrasse versprühen einen besonderen Sommergeruch: Duftwicken - wie ihr Name eben sagt - sind besonders beliebt wegen ihres Duftes. Aber auch ihre Blüten sind etwas Besonderes: Ihre Farben sind äußerst rein.

Das Gartenerlebnis ist für viele am schönsten, wenn eine Pflanze schnell und prächtig erblüht. So ein rascher Erfolg ist die Duftwicke (Lathyrus odoratus). Die Kletterpflanzen schmücken sich mit Schmetterlingsblüten, die zu mehreren an Stielen sitzen.

"Die Blüten sind pastellig oder kräftig in Pink, Rot, Violett", erläutert Tanja Beddies, Autorin aus Mechtersen in Niedersachsen. "Aber der Anteil der Erdtöne ist gering, so dass die Farben sehr rein sind." Duftwicken - wie kann es bei dem Namen auch anders sein - duften herrlich. Die Kletterpflanzen wachsen zwischen 1,60 und 2 Meter hoch, also entwickelt sich das Parfüm auf Nasenhöhe und der Hobbygärtner muss sich nicht bücken, um den Duft zu vernehmen.

Ranken ziehen die Triebe an Kletterhilfen nach oben. "Daher sollte man nur dünne Stäbe mit einem Durchmesser von maximal 0,5 Zentimeter als Rankhilfe verwenden", erklärt Brigitte Goss, Fachberaterin für Gartenfragen. Auch Maschendraht und Baustahlgewebe eigne sich gut. Die Kletterhilfen sollten bis zu 2 Meter hoch sein.

Geschützte Standorte sind am besten. An zugigen, heißen Plätzen in der Mittagssonne hören Duftwicken auf, Blüten zu bilden. Besonders gut gedeihen sie auf nährstoffreichen Böden. "Die Blütezeit verlängert sich, wenn man regelmäßig Blütenstiele als Sträußchen erntet", erklärt Goss. Dadurch wird die Neubildung von Knospen angeregt - und es gibt einen Strauß für die Vase. Außerdem rät Goss, die Samenstände abzuknipsen. "Bei modernen Zuchtformen kann es aber auch sein, dass sich keine Fruchtstände bilden."

Zwergwicken werden nur etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch. Sie bilden auch Ranken, wachsen aber liegend bis überhängend, wenn sie keine Kletterhilfe bekommen. Die Abstände zwischen den Blätter bei den Zwergwicken sind recht kurz, so sitzen auch die Blüten sehr dicht.

Diese Sorten eignen sich gut für den Balkon, in Ampeln hängen sie über. Eine Alternative ist, sie mit einem kleinen Rankgerüst in den Balkonkasten zu geben. Diese kleinen, wüchsigen Sorten findet der Hobbygärtner im Handel als sogenannte 'Villa-Roma'-Serie in allen Farben. In der 'Bounce'-Serie sind vor allem blaue und lilafarbene Sorten vertreten.

Die Züchtung der Kletterwicken hat ihren Ursprung Anfang des 18. Jahrhunderts in England. Einige der historischen Sorten sind heute noch zu finden. "Sie zeichnen sich durch besondere Duftstärke und kleine Blüten aus", sagt Beddies. Ein Beispiel ist die Sorte 'Cupani'. "Sie trägt zweifarbige Blüten in Lila und Blau."

Bei den modernen Sorten legen die Züchter das Augenmerk vor allem auf eine ansehnlich große Blüte und die Qualität der Blütenstiele für den Schnitt. Neben einfarbigen Pastelltönen sind zwei- und dreifarbige Sorten beliebt: 'Dolly Varden' hat weiße und rosafarbene Blüten, 'Spanish Dancer' noch eine dritte Farbe, ein helles Violett. Manche Farbduos sind gesprenkelt oder gefleckt. 'Wiltshire Ripple' hat weiße Blüten mit roten Punkten, die in der Blütenmitte zu kräftigen Marmorierungen zusammenfließen. Neu im Sortiment ist die lachsfarbene Sorte 'Almond'. Die Diplom-Biologin findet: "Diese für Wicken ungewöhnliche Blütenfarbe ist für das Sortiment eine echte Neuerung."

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