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Vermeiden, verstecken, verschönern - Schluss mit dem Kabelsalat

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Manche Designer machen sich Gedanken, wie sich der Kabelsalat verringern lässt: Samuel Treindl hat an seine Lampe "Olli" für die Firma Pulpo eine Vorrichtung zum Aufrollen des Kabels angebracht.

Frankfurt/Main - Stromkabel sind meistens unvermeidbar. Aber schön sind sie nicht: Sie ziehen sich die Wand entlang, verwirren sich, verstauben. Heimwerker können den Kabelsalat aber recht einfach bändigen - und sogar verschönern.

Kabel von Telefon, Computer, Fernseher, DVD-Player und Stereoanlage bilden ein unübersichtliches Knäuel. Oder sie ziehen sich deutlich sichtbar an der weißen Wand zu einer Steckdose. Und das Kabel zur Stehlampe mitten im Raum ist eine Stolperfalle. Doch es gibt Möglichkeiten, sie zu verstecken.

Planen: Am effektivsten lässt sich Kabelsalat durch eine gründliche Planung beim Neubau oder einer Sanierung vermeiden. Laien rät Jürgen Ripperger vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE): "Eine umfassende Planung sollte man erstens mit Hilfe einer Elektrofachfirma und zweitens mit Weitblick in Angriff nehmen." Denn in Zukunft wird die Zahl der Elektrogeräte im Haushalt sicher noch wachsen. Mit Hilfe von Installationsrohren ist man dafür gerüstet. "Die biegsamen, leeren Rohre werden in der Wand, der Decke oder dem Fußboden verlegt und verputzt", erläutert Hartmut Zander von der Initiative Elektro+. "Später können dann beliebig Leitungen eingezogen werden, ohne dass die Wände aufgeklopft werden müssen.

Verzichten: Leitungsführungen zu verändern, Steckdosen nachzurüsten oder Leerrohre nachträglich zu verlegen - das ist teuer und aufwendig. Mieter werden solche Maßnahmen kaum in Angriff nehmen. Aber bei genauerem Hinschauen zeigt sich oft: Manch ein Kabel ist verzichtbar geworden. Beim Telefon, dem Internetanschluss und der Musikanlagen lassen sich drahtlose Übertragungen nutzen.

Verstecken: Hinter Wohnwänden und Schränken sind Kabel unsichtbar. Ein Fach im Regal kann zur Kabelführung genutzt werden, eine Schiebetür davor bietet Sichtschutz. Aber in den meisten neuen Multimedia- und Büromöbeln sind schon Fächer und Auslässe vorgesehen. Auch Fußleisten eignen sich hervorragend als Kabelverstecke. "Hier muss man beim Verlegen darauf achten, dass die Stöße und die Ausgänge nicht durch Möbel zugestellt werden", sagt Mareike Hermann von der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. Kabelkanäle und Schachtsysteme führen unauffällig auf oder an der Fußleiste entlang und dann senkrecht zum Elektrogerät.

Schmücken: Kabelschächte und -kanäle sind in unterschiedlichen Farben zu haben. Viele Produkte können überstrichen werden, so dass sie kaum ins Auge fallen. "Es gibt aber auch den Trend, gezielt mit Kabelschächten und Kabeln zu gestalten: Was man nicht verbergen kann, zeigt man umso mehr", erläutert die Einrichtungsexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. Schächte werden in Kontrastfarben gehalten und sogar beleuchtet. Kabel werden mit farbenfrohem Gewebe ummantelt oder mit Wandclips in kunstvollen Linien zu Motiven gelegt. DIY-Expertin Hermann schlägt vor, Kabel und Wandtattoos zu kombinieren.

Bündeln: Nicht immer reicht es, die Kabel nur zu verstecken. Treffen sich zu viele hinter einem Möbel, müssen sie gebündelt werden. Kabelbinder oder Klettbänder sorgen dafür, dass sie sich nicht verheddern. Sehr lange Kabel werden in Schlaufen zusammengelegt und fixiert. Falls die nicht mehr in das Versteck passen, wird an dessen Ende eine Kabelbox platziert, in die auch Steckdosen passen.

dpa

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