Die 100.000-Liter-Kuh: Weidegang hält Kuh Mareike fit

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Hat die 100 000 Liter Marke geknackt: Milchkuh Mareike mit Landwirt Helmut Hocke und seiner Frau Petra Hocke.

Niedervorschütz. Mareikes Urgroßmutter Merry wäre stolz auf ihre Enkelin: Milchkuh Mareike hat in ihrem bisherigen Leben bereits 100.000 Liter Milch gegeben. 1988 hatte das auch Merry geschafft.

Die außergewöhnlich hohe Milchmenge liegt demnach in der Familie. „In den Familien beider Elternteile von Mareike haben die Kühe alle lange gelebt“, sagt Landwirt Helmut Hocke. Der Milchbauer kümmert sich mit seiner Frau Petra um etwa 25 Kühe, die alle Familienanschluss und somit auch einen eigenen Namen haben. Den Hof habe er 1975 von seinen Eltern übernommen.

„Um so eine Leistung zu erbringen, muss sich eine Kuh wohl fühlen“, sagt Hocke. Um den Wohlfühlfaktor zu gewährleisten, können seine Tiere sieben Monate im Jahr auf der Weide verbringen. Das trage zur Fitness der Tiere bei. „Letztendlich gehört auch ein bisschen Glück dazu“, ergänzt der 56-Jährige.

Mareike ist bereits die dritte Kuh in Hockes Zucht, die die 100.000-Liter-Marke geknackt hat. Ihre Urgroßmutter Merry habe zwölf Kälber auf die Welt gebracht, um das zu erreichen. Sie wurde 17 Jahre alt. Mareike habe bereits siebenmal gekalbt.

Die 16-jährige Blondy steht derzeit bei 130.000 Litern Milch. „Bei unseren alten Tanten achten wir besonders darauf, dass sie sich nach der Geburt ausreichend erholen können“, sagt der Landwirt. Nach der Geburt könne eine Kuh etwa 315 Tage Milch geben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht müsse eine Kuh daher einmal pro Jahr kalben, um genug Milch zu produzieren.

Mit der Nachzucht habe es bei Mareike bisher weniger gut geklappt. Neben sieben männlichen Nachkommen, hat Mareike nur eine Tochter zur Welt gebracht, die bei den Hockes im Stall steht. Ihre Söhne wurden an Mastbetriebe abgegeben. „Das ist ein bisschen schade, aber da steckt man eben nicht drin“, sagt der Landwirt. Sobald eine Milchkuh nicht mehr genug Milch abgibt, werde sie in der Regel geschlachtet.

Dieses Schicksal stehe Mareike nicht bevor, sagt Hockes Frau Petra: „Solange sie fit ist und es ihr gut geht, hat sie immer einen Platz bei uns.“

Von Miriam Linke

Quelle: HNA

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