Von null auf 100

100-Tage-Schonfrist ist um: Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz im Interview

+
Seit 100 Tagen im Amt: Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Homberg. Die Wahl war spannend, die ersten 100 Tage waren es auch: Für Hombergs neuen Bürgermeister Dr. Nico Ritz ging es gleich von null auf 100.

Im Gespräch mit HNA-Redakteurin Maja Yüce spricht er über Überraschungen, die Zusammenarbeit mit dem Parlament und darüber, dass Hombergs Reise in die Zukunft ruckelig wird.

Herr Ritz, können Sie eigentlich einen Spagat?

Dr. Nico Ritz: Rein physisch schaffe ich ihn nicht.

Sie haben im Wahlkampf gesagt, dass Sie den Spagat schaffen müssen, die finanzielle Schieflage der Stadt in den Griff zu bekommen und Homberg attraktiver zu gestalten...

Ritz: Das gilt unverändert und meine ersten 100 Tage im Amt waren davon geprägt, diesen Spagat zu schaffen. Es ging ums Sparen und darum, das Niveau zu halten oder zu steigern.

Und wie geht es Ihnen nach den ersten 100 Tagen?

Ritz: Gut! Es war anstrengend, nicht immer nur erfreulich, aber es geht vorwärts.

Hatten Sie genug Zeit zum Einarbeiten oder ging es gleich von null auf 100?

Ritz: Ich habe mich nicht in meinen Stuhl gesetzt und nur geschaut, wie man was machen könnte. Einiges duldete keinen Aufschub. Zum Beispiel die Entscheidung über den Arbeitsagentur-Standort. Es freut mich, dass alle nett und geduldig mit mir sind.

Haben Sie schon Überraschungen erlebt?

Ritz: Ja! Es waren eher Überraschungen im Kleinen. Die großen Themen empfand ich als wenig überraschend. Es war klar, dass irgendwann die Ermittler des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung kommen würden, schließlich lag eine Anzeige vor. Ich bin froh, dass sie so früh gekommen sind, dann weiß ich, wo ich dran bin.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihren rund 160 Mitarbeitern?

Ritz: Ich bin zufrieden. Ich bin positiv aufgenommen worden, und es gibt die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit.

Sie waren Rechtsanwalt für Insolvenzrecht. Jetzt sind Sie Bürgermeister. Was ist anders?

Ritz: Die öffentliche Aufmerksamkeit. Ich würde mir manchmal wünschen, dass man mehr Dinge mit mehr Ruhe diskutieren könnte. Es wird oft alles Mögliche in alles Mögliche hineininterpretiert. Ich betreibe bewusst keine Geheimniskrämerei. Grundsätzlich haben die Berufe einige Parallelen: Auch in Homberg geht es verstärkt um Sanierung und Restrukturierung. (may)

Das ganze Interview lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Fritzlar-Homberg.

Quelle: HNA

Kommentare