16-Jährige hat zur Geschichte der Kapelle Schönberg geforscht

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Beschäftigte sich mit Geschichte und Geschichten: Die 16-jährige Christina Jilg suchte sich als Thema für eine Präsentation zum Realschulabschluss die Kapelle Schönberg aus.

Röllshausen. Für die einen ist die Kapelle Schönberg ein Wahrzeichen, für andere - wie Christina Jilg (16) - gehört die Kapelle zum Alltag: Die Röllshäuser Schülerin hat sich mehrere Monate mit der Geschichte und den Geschichten rund um die Kapelle beschäftigt.

Für eine Präsentation zum Realschulabschluss. Als Mentor zur Seite stand ihr dabei Grundschullehrer Konrad Selentschik. "Die Kapelle war für mich als Röllshäuserin ein Anreiz, mal hinter den Mauern zu forschen", sagt Christina Jilg.

Im Vordergrund stand neben der Baugeschichte und der geografischen Lage die heutige Bedeutung der Kapelle. "Mich interessierte, was die Menschen mit der Kapelle verbinden", erklärt die Schülerin. Doch auch über so manchen geschichtlichen Baustein staunte die 16-Jährige: etwa über die Totenkronen, die auf den Sarg gelegt wurden. "Elisabeth Dietz aus Röllshausen stellte die Kronen bis in die 1950er-Jahre aus Glasperlen und Buntpapierstreifen selbst her", erläutert Christina. Auch die Glocken erzählen viel über den Bau auf dem beherrschenden Basaltkegel, der als Friedhof genutzt wurde. "Sie werden bis heute per Hand geläutet." Bezeichnend für die Nutzung der Grabstellen ist die Anlage der Treppe hinauf auf den Schönberg. "Zwischen den Stufen gibt es immer wieder Podeste, von denen rechts und links Grabstätten liegen", erklärt die Schülerin. Bis von Salmshausen seien die Särge hinauf zur Kapelle getragen worden.

Von der Pfarrerin erfuhr die Schülerin, dass auch Taufen auf dem Schönberg besondere Bedeutung hatten. "Es gab ein Ausgussbecken für das Taufwasser, so dass das Wasser hinaus fließt", erklärt Jilg. Man habe damit die toten Kinder, die um die Kapelle begraben liegen und früh verstorben waren, am heiligen Wasser teilhaben lassen wollen.

Im freien Meinungsteil hat sich die Schülerin mit aktuellen Fragen zur Kapelle beschäftig: Dazu hat sie einen Fragebogen entwickel und ihn an junge und ältere Leute aus der Schwalm, an Ortsvorsteher, Bürgermeister, Pfarrer und den Dekan verteilt. Darin stellte Christina Jilg unter anderem die Frage, ob die Kapelle als Kulturdenkmal wahrgenommen wird. "Überraschend war dabei für mich, dass viele Schüler die Kapelle nicht kannten", erzählt sie. Der Rücklauf des Fragebogens war erfreulich, 90 Prozent kamen zurück. Alle Antworten hat Christina Jilg in ihrer Arbeit anonymisiert.

Wahrgenommen werde die Kapelle von vielen als Identität stiftendes Wahrzeichen, als Symbol für die Schwalm, als Wanderziel zu Himmelfahrt. Jemand schrieb: "Man kann dort oben das Gefühl haben, dem Himmel ein Stück näher zu sein." Das findet Christina Jilg auch: "Vielleicht forsche ich weiter - aber differenzierter." Denn die 16-Jährige geht weiter zur Schule, besucht das Schwalmgymnasium in Treysa.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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