19-Jährige aus dem Wolfhager Land leistete Freiwilligendienst in Ghana

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Begeisterung pur: Die 19-Jährige Tami Müller überrascht ihre Schützlinge in Ghana mit einem Mitbringsel aus dem Wolfhager Land. Die Handballtrikots werden zum Fußball spielen benutzt und für die Schüler geht ein Traum in Erfüllung. Foto: Privat

Oberelsungen. Tami Müller erfüllte sich nach dem Abitur eine großen Traum: Die Abiturientin ging für einen Freiwilligendienst nach Ghana und erfüllte 25 Waisenkindern einen Traum.

Strahlende Augen, glückliche Gesichter und herzhaftes Lachen - für 25 Waisenkinder aus Ghana ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Endlich haben sie ihre eigenen Trikots zum Fußball spielen. Auf der ungeteerte Straße hinter der Schule, rollt wieder der Ball. Lachend daneben steht Tami Müller aus Oberelsungen. Sie hat die schwarz-gelben Handballtrikots besorgt. Wer hätte gedacht, dass 15 Jahre alte Trikots noch so viel Freude auslösen können. Tami ist begeistert.

Die 19-Jährige entschied sich nach dem Abitur erst einmal gegen ein Studium und für einen viermonatigen Freiwilligendienst in Ghana. Als Tami Müller ihre Reise von Oberelsungen nach Ghana im Januar antrat, hätte sie sich nicht im geringsten ausmalen können, was sie dort bewirken würde.

 Ein wahrer Kulturschock

Baufällige Wellblechhütten, unausgebaute und löchrige Straßen - die Abiturientin erlebte bei ihrer Ankunft einen Kulturschock. Gedanklich hatte sie sich zwar auf die Umstände vor Ort eingestellt, jedoch ließ die Realität sie anfänglich an ihrer Entscheidung nach Ghana zu kommen zweifeln. Doch nach kurzer Zeit fühlte sie sich wie Zuhause und gewann schnell das Vertrauen der zwei bis 14 Jahre alten Jungen und Mädchen. Die 19-Jährige wurde sprichwörtlich gleich ins kalte Wasser geschmissen und leitete zum Teil den Unterricht ganz allein. In der Schule, lehrte sie den Schülern Mathematik, Grammatik, spielte und sang mit ihnen. Und all das auf Englisch.

„Ich war skeptisch, ob ich das schaffen würde, aber bin super glücklich, dass ich den Schritt gewagt habe.“ Sie wuchs mit ihren Aufgaben, sagt sie. „Die Erfahrung hat mein Leben verändert“. Das Lachen der Kinder ist unbezahlbar.

Vorzeitige Abreise 

Doch dann geschah das unvorhersehbare. Ein Autounfall zwang sie nach etwa zwei Monaten, frühzeitig abzureisen. Das vorzeitige Ende des Abenteuers Ghana. Ihr gebrochenes Schlüsselbein musste in Deutschland operiert werden. Die Sehnsucht war allerdings so groß, dass die Abiturientin nach ihrer Genesung im Mai diesen Jahres nach Ghana zurückkehrte.

„Ich wollte meinen Dienst beenden, aber vor allem konnte ich den Abschied nicht so stehen lassen.“ Diesmal hatte sie eine Überraschung für ihre Schüler im Gepäck: Ein kompletter Satz von schwarz-gelben Handballtrikots von der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen. Den hat ihre Tante besorgt. Tami Müllers Tante, Angela Mönicke, trainiert die Minis der Wolfhager Handballer. Der Verein spendete die Trikots gerne, als er vom geplanten Vorhaben der 19-Jährigen erfuhr.

Im Juni nun endete Tami Müllers Freiwilligendienst und zum zweiten Mal verließ sie ihre liebgewonnenen, kleinen Schüler. In ihrer Gemeinde sammelte die 19-Jährige Spenden um die einsturzgefährdete Schule zu erneuern. Vielleicht kehrt sie irgendwann mit einem weiteren Satz Trikots aus dem Wolfhager Land zurück. Gut möglich, dass sie dann schon ausgebildete Lehrerin ist. Die Idee eines Lehramtsstudium reifte in Afrika.

Von Marie-Christin Klein

Quelle: HNA

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