20-Jährige unterstützt SMA-Mitarbeiter durch Brief an Merkel

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Laura Kröner schreibt allen Bundestagsabgeordneten - und Kanzlerin Angela Merkel.

Bad Emstal. Die Politik findet sie spannend. Sie möchte mitentscheiden. Mitentscheiden über das, was dort passiert, wo sie noch einige Jahre leben will: in Nordhessen.

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Deshalb schreibt Laura Kröner aus Bad Emstal-Sand nun einen Brief an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages - natürlich auch einen an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die 20-Jährige will damit die Proteste der SMA-Mitarbeiter unterstützen. Denn die Regierung will die Solarförderung zeitnah kürzen. Das hätte auch Konsequenzen für den SMA-Standort in Kassel.

Kurzclip: Laura Kröner

Laura sitzt im Wintergarten ihrer Eltern. Vor ihr liegt ein großer Papierstapel auf dem Tisch. 641 Briefe wird sie insgesamt schreiben und auch persönlich unterzeichnen. Viel Zeit hat sie dafür nicht, denn Anfang kommender Woche wird Timon Gremmels (SPD), Mitglied des Hessischen Landtags, den Stapel mit nach Berlin nehmen. Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalk (SPD) wird die Briefe dann im Bundestag verteilen. „So kann ich das Porto sparen. Das wäre bei 641 Briefen auch ganz schön teuer“, sagt Laura Kröner und lacht.

Im nächsten Moment ist sie ratlos. Sie zuckt mit den Schultern. „Wir leben in einer Zeit, in der es jeden technischen Schnick-Schnack gibt. Und so wichtige Entwicklungen wie die Erneuerbaren Energien werden ausgebremst.“ Vor allem die Solarbranche habe in der Region zu einem großen Aufschwung geführt: Tausende neue Arbeitsplätze und neue Perspektiven für den Mittelstand. Unter den Sparplänen der Regierung durch Kürzung der Einspeisevergütung könnten bei SMA Arbeitsplätze verloren gehen. Die gesamte Infrastruktur der Region würde darunter leiden und die Energiewende in Frage stellen.

Die 20-Jährige ist seit 2005 Mitglied in der Umwelt-AG der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal. Mittlerweile hat sie ihr Abitur in der Tasche. Zurzeit absolviert sie ein duales Studium beim Spitzenverband der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung.

Dass sich die angehende Diplom-Verwaltungswirtin weiterhin in der Umwelt-AG und in der Bad Emstaler Gemeindevertretung für den Umweltschutz in ihrer Heimat engagiert, ist für sie selbstverständlich. Dabei hat sie eines gelernt: „Wenn man dreist genug ist, ist es einfacher, Andere mit ins Boot zu holen.“ Und noch etwas hat ihr Mut gemacht, 641 Briefe zu schreiben: Vor einiger Zeit hat die Umwelt-AG mit einem Buchprojekt schon einmal Akzente im Bundestag gesetzt. „Damals haben wir das Buch ’Der Wald ist selber schuld’ überarbeitet. Mit Statements von Politikern, selbstgezeichneten Karikaturen sowie eigenen Kurzgeschichten haben wir auf das Waldsterben aufmerksam gemacht“, erklärt die 20-Jährige. Das vierfach preisgekrönte Buch haben die Jugendlichen ebenfalls im Bundestag verteilt.

Angela Merkel hatte die Initiative als „vorbildlich“ bezeichnet. Laura Kröner erinnert sich noch genau an den Tag: „Es war einfach toll, mit Politikern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Vor allem das Gefühl, etwas zu erreichen.“

Von Nina Skrzyszowski

Quelle: HNA

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